— 90 — notwendig und erklärte amtlich am 20. Februar 1843, daß er die neue katholische Kantonsschule nicht anerkenne.') Wie löste sich nun der gordische Knoten? Kaiser blieb ruhig dort, wo er eben war, in Chur. Und siehe da! Man beruhigte sich langsam, da man in der Nähe bald seine gediegenen Eigenschaften kennen lernte. Sein religiös-kirchliches Leben war einwandfrei, wie schon in Disentis. Man schätzte den gelassenen Mann, 
der sich mit soviel Liebe seinem Lehrsache widmete. Sogar derjenige, der ihn anfangs am meisten bekämpfte, der bischöfliche Kanzler Riesch, wurde sein guter Freund, mit dem er oft spazieren ging. Uebrigens gab ja das Corpus catholicum dem Bischof 1844 die wesentlichsten Garantien für die neue katholische Kantonsschule, sodaß der Frieden einziehen konnte. Und nachdem 1848 Rektor Klinkhart in seinen besten Jahren gestorben war, wurde ohne lange Umstände Kaiser sein Nachfolger. Er amtete als Rektor bis 1850, in welchem Jahre gegen den Willen und den Protest des Bischofs die katholische und die evangelische Schule zu einer einzigen vereint wurden.-) Die bei der letzten Schlußfeier der katholischen Schule gehaltene Rede Kaisers war ein Musterstück objektiver Darstellung, soweit eben die Zeitgenossen solches Geschehen ihrer Tage überhaupt ohne An- stöße behandeln können. Er sagte ausdrücklich, daß die Aufhebung der Schule von St. Luzi „diejenigen, welche der Schule nahestanden, empfindlich berührt." Er läßt es auch nicht unerwähnt, daß „die Schule in ihren beiden Perioden zu Disentis und St. Luzi Be- deutendes gewirkt; sie hat Sinn und Theilnahme für Bildung und Erziehung im katholischen Volke angeregt und verbreitet, sie hat eine Flamme in den Herzen der Besseren des katholischen Volkes entzündet, die nicht erlöschen wird "') Wenn sich Kaiser dennoch sür sein Bleiben an der neuen vereinigten Kantonsschule entschloß, so liegt das in seiner nun einmal in Bünden seit fast 14 Jahren begonnenen Lehrertätigkeit, die ihm ganz ans Herz gewachsen war. ') Unsere Darltellung. die in der Beurteiln»-, selbständige W?ge lieht, gründet sich auf das bekannte Material: Schweizerische KirchenzeiNing I8t2. S. 25. 5ö3-»4: 1843. S. 43. ferner Die katholische Kantonsichule in St. Luzi 1843. S. 5-32! Kind. Peter Kaiser. S. 2t 22: "?azzigl,er. S. 71 74. Ueber den liberalen Schulrat Schweizer Schule 3ll Nü44) 744. s) Kind. Peter Kaiser. S. 22- 23. >1 VLndnerisches Monatsblatt l l185>» IN7 IN.
        

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