— 46 — dehnte sich unterhalb des Kobelwalder Spornes an der Stelle des heutigen Jsenriet zwischen Montlingen und Widnau ein mächtiger See aus, wo noch zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein fischreicher, kleiner See bestand. Sangall bemerkt, das; noch zur Zeit der Auf- teilung des Jsenriet 1771 Spuren des Sees vorhanden waren. Etwa in der Mitte zwischen den Dörfern Lauterach, Schwarzach und Hard bestand ein See, woran noch die Parzelle Lingensee erinnert. Wenn wir nun unser Rheintal mit diesen Seen, den weithin gebreiteten Schlammrücken, auf denen sich bald eine üppige Vegetation, be- sonders Eichenwälder ausbreiteten, wenn wir wieder mit hohem Rohr bestandene halbversumpfte, an Federwild reiche Seen uns vorstellen, wenn wir uns die tannbestockten Jnselberge umbrandet von den Fluten eines Sees denken, wenn unser trunkenes Auge einen kühn über die steilen Talhänge stürzenden Wasserfall erblickt, so mag sich unserem Blick eine äußerst romantische Landschaft, förm- lich ein alpines Finnland eröffnen. So mögen die Römer bei der Eroberung der Alpenländer teilweise noch unser Rheintal ange- troffen haben. So mag die romantische Gegend und der Reichtum an Wild den Frankenkönig Dagobert zur Errichtung des Reichs- hofes Lustenau veranlaßt haben. Das vorrückende Geschiebe hat den Zauber dieser Landschaft immer mehr zerstört. Verheerende Aus- brüche des Rheins mit ungeheuren Eeschiebeentladungen legten die prächtigen Wälder nieder, ihre Stämme wurden im Letten ver- graben. Das kaum dem Anbau gewonnene Land drohte verschottert zu werden. Da grisf der Mensch in die bedrohliche Lage ein. Durch riesige technische Korrektionswerke wurde die drohende Gefahr ge- bannt, und das Rheintal kann immer mehr der vollkommenen Kuliivierung zugeführt werden. Für die Besiedlung kam unser seereiches Alpenland schon früh- zeitig in Betracht, da die menschliche Siedlungsnahme besonders gerne Seegestade aufsuchte, einerseits wegen erhöhter Schutzlage, andererseits wegen erleichteter Verkehrslage. Besonders der Liech- tensteiner See mit seinen zahlreichen Inseln und Halbinseln, die sich leicht aus einer Karte von Feldiirch und Umgebung rekonstru- ieren lassen, muß auf die ersten Uferbewohner mächtig eingewirkt haben. Denn ursprünglich dehnte sich der See zwischen dem Ver- landungsrücken der Frutz im Norden und dem Fläscherberg im Süden aus. Mit dem mächtigen Buchser See stand er in breiter
        

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