— 38 — zweiten Drittel des Hauptbeckens und zwar zwischen Jmmenstaad und Utzroil erreicht und dann im allgemeinen tief bleibt, weit tiefer als der Obersee, bis zum jähen Ende am Konstanzer Riegel und bei Ludwigshafen. Ganz unerklärlich aber wäre aus der Erosions- wirkung die Erhaltung des Konstanzer Riegels, der aus Molasse besteht, und dahinter wieder das feldartige Seebecken des llnter- sees, aus dessen Mitte die Insel Reichenau hervorragt. Bei all diesen Erwägungen, die einer Erklärung nur aus der glazialen Erosion entgegenstehen, kann man doch einer tektonischen Erklärung nicht ganz abwegig gegenüberstehen. Ich will nun im folgenden Beweise und Mutmaßungen für eine tektonische Bildung der Rhein- bodenseetalung anführen. Schon Richthofen erklärt das Rheintal entstanden aus der Zu- sammenwirkung der Erosion und besonders tektonischer Vorgänge, welch letztere den Gewässern ihren Lauf wiesen und somit für die Richtung des Tales in erster Linie bestimmend waren. Demnach würde das Rheintal zwischen Chur und Konstanz zu den tektonischen Quertälern gehören. Rothpletz kommt in seinen Untersuchungen über das Rheintal zwischen Chur und dem Bodensee zu folgendem Ergebnis: Rechts liegt die Elarner Schubmasse und links das basale Gebirge. Die tiefe Lage der ersteren deutet daraufhin, daß der Osten gegen den Westen abgesunken ist, das basale Gebirge in die Tiefe führte und so unseren Augen entzogen hat. Das Ausmaß dieser Verwerfung beträgt schätzungsweise 1WV m. Diese Senkung tritt so plötzlich in nächster Nähe des noch hochragenden basalen Gebirges ein, daß sie nur durch Absinken von steilen Verwerfungsspalten erfolgt sein kann. Vom Luziensteig an tritt insofern eine Veränderung auf, als nun das Tal beiderseits in die Elarner Schubmasse einge- schnitten ist. Gleichwohl haben wir auch da eine solche Verschieden- heit der Gesteine zwischen Fläscherberg und Falknis, daß wir eine Senkung im Osten anzunehmen gezwungen sind. Der Fläscherberg besteht aus oberem Jura und Kreide, der Falknis aus Lias und Flysch. Der Fläscherberg ist seinem Eesteinshabitus nach zur Alvier- gruppe zu zählen. Beide sind erst durch jene Senkung an einer Verwerfungsspalte, die unter den mächtigen Schuttmassen des Lu- ziensteiges verborgen liegen muß, miteinander in Berührung ge- kommen. Der Fläscherberg erweist sich als eine von der Alvier-
        

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