— 37 — Äer Liechtensteiner See. Eine Studie von Karl Eunz, Professor i, R„ Feldkirch. Viele Leser werden sagen: Von einem Liechtensteiner See habe ich noch nie etwas gesehen' wohl habe ich von einem Schaaner- und Eschner-Riet oder einem Tostnersumpf gehört. Und doch war der Liechtensteiner See einmal eine Tatsache und war einer der größten und vielleicht anmutigsten Seen, die vor Zeiten das breite Rhein- tal zwischen Chur und dem Bodensee belebten. Nun taucht natür- lich die Frage auf über die geologische Entstehung des gewaltigen Quertales, das der Rhein mitten durch die Längsketten der Alpen bricht. Auf tektonische Vorgänge bei Entstehung des Rheintals schließt der Münchner Geologe Rothpletz. Er glaubt an eine Talverbiegung, der Penck in seinen „Alpen im Eiszeitalter" scharf entgegentritt. Dieser Erklärung kann ich mich auch nicht anschlichen, da Rothpletz selbst für den südlichen Talteil zwischen Chur und Vaduz den Be- weis für den Bestand einer gewaltigen Vertikalverwerfung zwischen rechter und linker Talflanke bringt. Er vermutet wohl Einbrüche, die er aber nicht kennt. Penck erklärt in seinen „Alpen im Eiszeit- alter" das Rheintal als Muster glazialer Uebertiefung und den Bodensee als prachtvolles Zungenbecken des Rheingletschers. Der große Eiszeitforscher steht ganz unter dem Eindruck seines Riesen- werkes. Dabei beachtete er nicht» daß dieser mächtige Kolk mit einer Tiefe von 253 m weder aus der morphologischen Lage noch aus petrographischen Verhältnissen zu erklären ist. Noch weniger ist aber mit seiner Ansicht in Einklang zu bringen weder die sehr schmale Zunge des lleberlinger Sees noch der breite seichte Zeller- see, der nur durch die tiefe Rheinfurche durchsetzt wird. Weiters beachtete er zu wenig die drei Senkstufen Lochauer Boden, Hörnli- mannloch und Utzwiler Tief. Die stärkste Kolkwirkung mußte doch der Rheingletscher gerade beim Austritt ins Vorland entwickeln. Nun wissen wir aber, daß der Bodensee seine größte Tiefe erst im
        

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