— 27 — aus Frankfurt fliehen mußte und nach dem Versuch, unter Ausschluß Oesterreichs einen deutschen Kaiserstaat mit dem König von Preußen als Kaiser, der aber ablehnte, zu errichten, aufgelöst wurde. Er- wähnen möchte ich noch, daß die Frankfurter Nationalversammlung für die spätere staatliche Entwicklung nicht ohne Bedeutung war. Die Feudallasten blieben abgeschafft und die Ideen für den Ver- sassungsentwurf lebten weiter und so wurde bereits 1848 der Weg für die konstitutionelle Verfassung des Jahres 1862 in Liechtenstein angebahnt. Auch während seines Aufenthaltes in Frankfurt nahm Peter Kaiser regen Anteil an der Entwicklung der Verhältnisse im Lande und seine wenigen uns erhaltenen Briefe aus dieser Zeit ermähnen zur Ruhe, zur Förderung der Volksbildung um brauchbare Leute zu erziehen und zur Schaffung einfacher Verhältnisse. Lassen Sie mich noch eine Episode aus dieser Zeit erwähnen, über die Peter Kaiser in seinem Briefe an Dr. Schädler berichtet. Er schreibt am 6. Juli: „Man hat mir hier oft gesagt, wir haben nur 50 Mann Bundestruppen. Ja, sagte ich, aber sie zählen für 566; denn jeder nimmt es mit 16 Feinden auf und es sind die besten Schützen der deutschen Armee. Sorgen Sie" so schreibt er. weiter, „daß ich die Wahrheit gesagt und daß unser Kontigent frisch und muthig ist. Weil wir klein sind, müssen wir uns Respekt verschaffen. Sagen Sie dies allen!" Die Frankfurter Tätigkeit Peter Kaisers schloß mit seinem berühmten Briefe „An meine Landsleute", den man als politisches Testament dieses großen Sohnes unserer Heimat bezeichnen kann. Es ist öfters der Versuch gemacht worden, Peter Kaiser als Groß- deutschen hinzustellen und auch in unserer Zeit wurden Stellen aus diesem Briefe an dieser Hinsicht zitiert. Dazu möchte ich sagen, daß Peter Kaiser Realpolitiker war. Liechtenstein gehörte 1848 und bis 1866 zum Deutschen Bunde. Jede positive politische Tätigkeit eines Liechtensteiners mußte damals von dieser Gegebenheit aus- gehen und aus der gegebenen Lage das Beste des Vaterlandes anstreben. Peter Kaiser war nie für die Aufgabe des eigenstaat- lichen Lebens unserer Heimat und es genügt um diese Eeschichts- fiilschung richtig zu stellen aus seinem Briefe an Dr. Schädler vom 6. Juli 1848 folgenden Satz zu zitieren: „Wollen wir ein selbstän- diges Ganzes bleiben und wir sollen es meiner Meinung nach,
        

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