— 24 — So war es erklärlich, daß die Revolutionsstimmung auch in unserem Lande einen guten Boden sand. Am 22. März fand eine Versammlung statt, bei der die Forderungen des Volkes an oen Fürsten zusammengestellt wurden. In dieser schweren Stunde ge- dachte das Land des Mannes, der die Volksrechte am besten kannte und Peter Kaiser weilte in diesen Tagen hier im Lande. Bei den Akten findet sich sein Entwurf zum Schreiben an den Fürsten und, da er durch die Versammlung nur wenig Abänderungen erfuhr, scheint Peter Kaiser der geistige Führer des Volkes gewesen zu sein. Sicherlich gehört es mit zu den größten Verdiensten Peter Kaisers, daß die Volksbewegung von 1848 im Lande, denn Revo- lution kann man die damaligen Ereignisse nicht nennen, sich in einer ruhigen und würdigen Bahn bewegte und daß mit Ausnahme eines Falles von jugendlichem Uebermut keinerlei Verstoß gegen die Gesetze vorkam. Diese Haltung im Lande bewirkte dann auch, daß dem Volke wesentliche Erleichterungen gewährt wurden. Wenn die Volksbewegung auch nur einen Teilerfolg zeitigte, so war das in der Zeit und im Ablauf der Volksbewegungen in den andern Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes begründet. Eine Forderung des Volkes aus dieser Zeit bezog sich auch auf den Erlaß einer neuen Verfassung. Bei den Akten liegt ein Entwurf von der Hand Peter Kaisers, der als weitsichtig und gerecht bezeichnet werden muß. Diese Frage aber war mit der Neugestaltung des Deutschen Bundes verbunden, der zuerst die Grundsätze der Volksrechte fest- legen sollte. Es finden sich im Entwürfe von Peter Kaiser Ge- danken, die dann in die Verfassung von 1882 und teilweise erst in unsere jetzige Verfassung aufgenommen wurden. Neben den innenpolitischen Belangen der Volksbewegung von 1848 war die Zugehörigkeit des Landes zum Deutschen Bunde das weitere Gebiet mit dem sich die öffentliche Meinung befaßte, denn auch die Frage der Neugestaltung des Bundes war durch die Zeit aufgerollt wurden. Es wurde die Einberufung einer Versammlung von Volksvertretern verlangt, die vom Volke gewählt ein neues Reich schaffen sollten. Auch Liechtenstein hatte einen Vertreter zu entsenden. Für den 21. April waren in den Gemeinden die Wahlen der Wahlmänner — einen für je 100 Einwohner — angeordnet, und am 25. April versammelten sich die Wahlmänner im Gemeinde- haus in Schaan zur Wahl des Vertreters und eines Stellvertreters.
        

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