— 20 — Höhe seiner Macht, aber die Ereignisse des Jahres 1848 warsen bereits ihre Schatten voraus. Es wurden in Umgehung der Zensur- vorschriften Subskriptionen gesammelt und als dies zur Kenntnis der Behörden kam, verfügte der damalige Landvogt Menzinger jun. das Verbot und alle Exemplare und Gelder wurden konfisziert. Dem Vertreiber des Buches, dem Löwenwirt Walser in Schaan, wurde das weitere Sammeln von Bestellungen verboten und die Gemeinden wurden durch Runderlatz vom Verbot benachrichtigt. Fürst Alois, dem das Werk vorgelegt wurde, resolvierte die Frei- gabe, doch bezeichnete er das Werk als leicht' und von dem eine nachteilige Wirkung auf die Bevölkerung nicht ausgeübt werde. Als Schullehrbuch blieb es verboten. Dieses Urteil erscheint uns heute hart, doch kann ihm eine Berechtigung nicht abgesprochen werden. Die Kritik, die der nachmalige Kabinettsrat In der Maur aber im Jahrbuch 5, also in demselben Bande, in dem auch die Arbeit Domsextars Dr. Kind über Peter Kaiser erschien, an dem Werke übt, geht ebenfalls über den Rahmen der Sachlichkeit weit hinaus. Peter Kaiser ist in der Schilderung der jüngsten Vergangen- heit vor Erscheinen des Buches, insbesondere der Regierungszeit des Fürsten Johannes I., des Feldmarschalls, etwas einseitig. Er verkennt die Tatsache, dasz nach dem Wiener-Kongresz die absolute Staatsgewalt noch betonter war, als vor der französischen Revo- lution, da inzwischen die deutschen Fürsten Souveräne geworden waren und nirgends in den Staaten des Deutschen Bundes Volks- rechte Anerkennung fanden. Die Eigenschaften des Fürsten Johannes als Heerführer, Staatsmann und insbesondere als Verwalter sei- nes großen Besitzes sind von einer solchen Größe und die Weitsicht und Vorsorge seiner Maßnahmen für einen wirtschaftlichen Auf- schwung so anerkannt und bewiesen, daß von ihm nur ange- nommen werden kann, daß er für das Land das Beste wollte. Leider aber waren seine Berater in den Landesangelegenheiten Fremde, die. obwohl integer und tüchtig, doch die Mentalität des Volkes nicht verstanden. Sie stammten meist aus Familien von Beamten auf den Fürstlichen Gütern, waren also untex ganz andern Verhältnissen aufgewachsen. So kam es, daß über Vorkommnisse in jener Zeit, die an und für sich harmlos waren, Berichte gemacht wurden, die solche Ereignisse fast zu Revolutionen vergrößerten und diese Berichte waren geeignet, ein Vertrauensverhältnis zwischen
        

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