^ 17 — für den Geschichtsunterricht schreibt er selbst im Programm 1831 der Kantonsschule Aarau: „Nicht das tote Buch, das lebendige Wort des Lehrers soll bilden, nur Leben erweckt Leben und die Schüler sollen das Leben in sich aufnehmen, das geschichtliche Leben muß ihrem Geist zu eigen geworden sein, dann werden sie erst historische Schriften ver- stehen und mit Nutzen lesen." Eine anschauliche Beschreibung einer Eeschichtsstunde von Peter Kaiser während seiner Lehrtätigkeit in Hofwyl gibt Prof. Rauchen- stein: „Er lehrte im Sommer 182l römische Geschichte, wozu er sich auf jede Stunde in folgender Weise vorbereitete, wie ich oft sah, wenn ich ihn besuchte. Da hatte er den Livius und den Dionys von Halikarnaß, Appian, Plutarch, oder was sür jede Zeit an Quellen herbeizuschaffen war, ausgeschlagen vor sich, und obgleich er mit seinem trefflichen Gedächtnis das Material im Ganzen so- wohl als auch sehr viel Detail inne hatte, so verwendete er doch für jede Lehrstunde wohl zwei Stunden zur Präparation aus den Quellen. Und dann mit dem frischen Eindruck aus den Quellen eilte er in den Lehrsaal und stand dort oben an einem langen Tische, an welchem nicht nur Zöglinge seiner speziellen Klasse, son- dern auch aus andern Klassen zahlreich saßen und wozu sich auch, nach der dortigen unbefangenen Freiheit der Lehrer gegenseitig Unterricht zu besuchen, mehrere Lehrer, bisweilen auch Fellenberg einfand. In der Tat waren auch diese Vorträge anziehend durch die Form und fesselnd durch den Stoff. Nach einer jeweiligen kurzen Rekapitulation des letztgehaltenen Vortrages begann Kaiser in un- unterbrochenem Redefluß eine Stunde lang und wohl auch darüber frei zu erzählen und zu schildern ohne auch nur ein Vlättchen mit Jahreszahlen und Daten vor sich zu haben. Und doch fand sich auch dieses, wenn man hintendrein nachschlug, von ihm pünktlich ange- geben. Aber nicht nur diese Pünktlichkeit, sondern auch die lebendige Wärme, ja oft das Hinreißende des Vortrages brachte er mit aus dem unmittelbar vorhergegangenen Studium der Quellen." So wie an sich selbst, stellte er auch hohe sittliche Anforderungen an die Lehrer. Rauchenstein und Sgier zitieren einen Ausspruch von ihm: „Ein Lehrer, der segensreich wirken will, dars sich wäh- rend seines ganzen Lebenslaufes keine Makel zu schulden kommen
        

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