- 12 — auszumerzen und den autokratischen Staat des 18. Jahrhunderts in vollem Umfange wieder herzustellen. Es war hauptsächlich die studierende Jugend, die die Prinzipien der Freiheitskriege hoch- hielt, die einen Schiller, Arndt, Körner und Armin verehrte und der Reaktion den Kamps angesagt hatte. Als dann im März 1819 der Dichter Kotzebue, der von der Jugend als Reaktionär und Denunziant am Hose in Petersburg bezeichnet wurde, vom Burschen- schafter Karl Sand ermordet wurde, gab dies die Veranlassung zu den sogenannten Karlsbader Beschlüssen. Die Burschenschaften wur- den geheimer Umtriebe gegen den Staat beschuldigt, es ersolgte deren Verbot und die Strafverfolgung aller ihrer Mitglieder. Auch unserem Peter drohte dasselbe Schicksal und er flüchtete in die Schweiz. Ueber die Zugehörigkeit Peter Kaisers zu den Burschen- schaften gibt uns die Note des Badischen Außenministeriums vom 21. August 1819 an die Regierung in Vaduz Kenntnis, durch welche mitgeteilt wurde, daß „er in geheime Umtriebe verflochten sei". Der Note liegen Abschriften aus den Vernehmungsprotokollen sei- ner verhafteten Couleurbrüder bei, aus denen hervorgeht, dasz Peter sich sehr eifrig an den Diskussionen des Literarischen Vereins be- teiligte und selbst Vortrüge hielt. Diese Betätigung gipfelte in einem Aufsatze, den Peter Kaiser dort vorlies und über den uns der Student Laameyer, der in der Diskussion als sein Gegner auf- trat und dann seinen Austritt aus dem Verein anmeldete, berichtet, das; Peter davon sprach, dasz es mit dem bloßen wissenschaftlichen Wirken nicht genug sei, sondern daß es vielmehr notwendig sei, seine Grundsätze in das Leben übergehen zu lassen und darnach zu handeln. Die Regierung in Vaduz antwortete dann dem Badi- schen Außenministerium, „daß der von Mauren gebürtige und nun in Hofwyl angestellt sein sollende Peter Kaiser hier allem Anschein nach niemand haben dürfte, den er in seine, die allgemeine Sicher- heit gefährdenden Pläne mithineinziehen könnte." So kam Peter Kaiser in die Schweiz, seiner Wahlheimat und der Stätte seiner späteren Wirksamkeit. Doch die Schatten seiner jugendlichen Be- geisterung sollten ihm auch hierher folgen und noch in späteren Jahren Schwierigkeiten bereiten. Gleich nach seiner Ankunft fand er eine Stelle an dem damals sehr bekannten Fellenberg'schen In- stitut in Hofwyl, Kt. Bern. Hier wirkte er mehrere Jahre als Lehrer für Deutsch und Geschichte. Einmal erhielt er Besuch der
        

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