— 52 — von Dietrichstein vermählte, Franziska Barbara, geb. 1604, die den Neffen des bekannten General Tilly, Grafen Werner Tilly heiratete. Heinrich, der bald nach der Geburt starb und den Fürsten Karl Eusebius, der am 11. April 1611 geboren wurde. Er betrachtete es als seine Lebensaufgabe, den Besitz, den ihm sein Vater hinter- lassen hatte und der im Kriege öfters vollständig vernichtet wurde, wieder aufzubauen. Er nahm die Huldigung von Troppau und Jägerndorf entgegen und liquidierte die Forderungen, die an ihn vom Fiscus wegen des Gütererwerbes seines Vaters erhoben wurden. Fürst Karl Eusebius legte den Garten in Eisgrub an und begann mit der Sammlung von Gemälden. Berühmt waren seine Gestüte, aus denen er Geschenke an Ludwig XIV. von Frankreich und andere Herrscher machte, ebenso seine Züchtungen von Jagdhunden und auch sein Werk über die Jagd. Er vermählte sich 1644 mit Johanna Beatrix von Dietrichstein, der Tochter seiner Schwester. Dieser Ehe entsprossen 9 Kinder, von denen 4 am Leben blieben. Fürst Karl Eusebius starb am 2. Februar 1684. Sein Nachfolger wurde Fürst Johann Adam Andreas, der am 16. August 1662 geboren wurde. Wie sein Vater widmete. Fürst Johann Adam sein Leben der Verwaltung und Vermehrung des ihm überlassenen Besitzes. Seine Maßnahmen waren von größtem Erfolge begleitet und seine Zeitgenossen gaben ihm den Beinamen „Hans Adam der Reiche". Oeffentlich trat er nur zweimal hervor. Er wurde vom Kaiser mit der Reform des Hofkammeramtes betraut, aber sein Vorschlag auf Abbau der überzähligen Beamten drang nicht durch. Ferner war er Präsident und Organisator der ersten österreichischen Girobank, die dann in die Wiener Stadtbank umgewandelt wurde. Fürst Johann Adam liebte das Bauen. Unter ihm entstand das Gebäude der heutigen Liechtenstein-Galerie, das Palais in der Bankgasse, die Wiener Vorstadt Liechtenthal, die Schlösser Plumenau und Landskron. Seine wichtigste Tat für das fürstliche Haus war die Erwerbung der Herrschaft Schellenberg 1699 und der Grafschaft Vaduz 1712, die er in Rücksicht auf die Aufnahme seines Hauses in die Reihe der deutschen Fürsten kaufte. Am 25. November 1707 wurde ihm auf Grund des Besitzes der reichsunmittelbaren Herr- schaft Schellenberg und des Erlages eines Darlehens von 250 000 Gulden Sitz und Stimme im schwäbischen Fürstentag zuerkannt, jedoch nicht die Aufnahme in das Reichsfürstenkollegium in Regens-
        

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