— 29 — II. Teil: Me Auswertung der Urkunden. Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigte sich mit den Urkunden, wie sie über die Brandisischen Freiheiten für die Besitzer der Graf- schaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg von den verschiedenen deutschen Königen und Kaisern ausgestellt wurden, ihrem Text, ihrer Form und ihrer Geschichte. Aufgabe der weiteren Arbeit ist es, sich mit dem Inhalt der Urkunden zu befassen und dieses Thema teilt sich wieder in zwei Teile. Der eine Teil, der rechtshistorische, beschäftigt sich mit der Entwicklung dieser Freiheiten und ihrem Einfluß auf die Entwicklung unseres Landes, und der andere, der rechtswissenschaftliche, will das durch diese Freiheiten geschaffene Recht aufzeigen. ^. Rechtsgeschichtliches. 1. Allgemeine Geschichte. Die Brandisischen Freiheiten sind Privilegien, die höchste landesherrliche Rechte beinhalten. Um zu sehen, wie es dazu kam, daß den Besitzern der beiden Herrschaften solche Rechte verliehen wurden, muß man vorerst sich die macht- politische Entwicklung innerhalb des heiligen römischen Reiches deutscher Nation vergegenwärtigen. Ursprünglich war das Gebiet des deutschen Reiches in Stammesgebiete aufgeteilt, die untereinan- der unabhängig waren, und jeder Stamm wählte sich seinen Herzog selbst. Den Franken gelang die Unterwerfung der andern Stämme und aus ihrer Vormachtstellung entwickelte sich das deutsche König- tum. Karl der Große ließ sich 80V zum deutschen Kaiser krönen und dehnte damit die deutschen Interessen auf Italien aus. Im Innern durchbrach er die alte Stammesverfassung, er teilte das Reich in Gaue ein und an die Spitze des Gaues stellte er als seine Beamten die Eaugrafen. Gleichzeitig wurde die Christianisierung des deut- schen Reiches zum Abschluß gebracht und die Kirche und kirchliche Institutionen mit reichem Landbesitz ausgestattet. Die kirchlichen Gü- ter wurden vom Kaiser dem jeweiligen Kirchenfürsten zum Lehen ge- geben, ein Vorgang, der sich dann bald auch auf die weltlichen Güter übertrug, die ebenfalls einem Geschlechte, sei es als Belohnung für geleistete Dienste oder zur Gewinnung einer Anhängerschaft als z «
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.