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um 760 fl. R. W. oder 886 fl. Churer W. Die Kaufsumme war an Junker Rudolf von Salis den Aelteren, in Zizers, zu zahlen. Vaduz und Schaan hatten diese Alpe wegen der ihnen aus dem Schwedenkrieg er- wachsenen grotzen Schuldenlast 
verkaufen müssen. (Vergl. Bllchel, Geschichte der Pfarrei Triefen, 
Jahrb. 2 und Klenze, Die Alpwirt- schaft im Fürstentum Liechtenstein, Stuttgart 1879.) Wie die anderen Voralpen der Gemeinde 
Triesenberg ist Erotz- steg etwa 3 Wochen vor der Auffahrt auf die Hochalpen und eben- solange nach der Alpabfahrt 
im Herbst bestoszen. Jeder Bauer 
be- sorgt in dieser Zeit sein Vieh und die Sennerei in seiner eigenen Hütte selbst. Die bei den Maiensäfzen gelegenen Heuwiesen gehören nicht zur Alpe und sind Privatbesitz. Die Maiensätze oder 
Voralpen Erotzsteg, Kleinsteg und Silum sind in sogenannte Weiden eingeteilt, die aber nicht mit Kuh- rechten oder Stützen gleichzusetzen sind. Jede Weide bedeutet einen Anteil am Weide- und Holznutzungsertrag der Alpe, der jedes Jahr verrechnet wird. Sechs Weiden erhalten zusammen jedes Jahr eine 
Holzlos. Erotzsteg hat 
heute 210 Weiden. Wie aus den Beigla und 
einem schriftlichen Verzeichnis vom 
Jahre 1829 ersichtlich ist, war die Alpe früher 
in 208 Weiderechte eingeteilt gewesen. In den letzten Jahren galt ein Weideanteil 
im Erotzsteg etwa 200 bis 300 Franken. Der nun aufgefundene Beiglabund 
zählt 59 Hölzer. Die meisten sind 15 bis 20. cm 
lang, 3 bis 4 cm breit 
und 1 bis 2 cm dick. Es sind also nicht alle Beigla gleich groh. Eine Haupttetzle mit den Einkerbungen aller Weiderechte der Alpe, wie man sie mancher- orts 
findet, ist hier nicht vorhanden. Da die einzelnen Beigla von der Genossenschaft in der eigenen Lade aufbewahrt wurden, war eine solche Haupttetzle nicht 
nötig; solche mögen 
dort in Verwendung gewesen sein, wo die einzelnen Beigla von ihren 
Besitzern selbst zu Hause aufbewahrt wurden, denn die auf der Haupttetzle ver- zeichnete Anzahl der Alprechte mutzte mit 
der Gesamtzahl der auf den Einzeltetzlen eingekerbten übereinstimmen. Die meisten hier vorkommenden und gebräuchlichen Holzarten sind auf dem Triesnerberger Beiglabund vertreten, besonders Ahorn.
        

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