— 91 — Bericht über besondere Kleinfunde am Eschnerberg. Sie übermittelten mir am 3l. Oktober vorigen Jahres einige Fundstücke zur Einsichtnahme, über die ich Ihnen Folgendes be- richten möchte! Nr. 1. Ein gespaltener Stein vom Borscht, Das Stück ver- dient ganz besondere Ausmerksamreit, Es handelt sich nach Unter- suchung durch die Eeotechnische Prüfungsstelle des Mineralogisch- Petrographischen Instituts der E. T. H. in Zürich um einen porösen, eisenschüssigen, quarzreichen, ziemlich feinkörnigen Sandstein, wie er aus verschiedenen geologischen Horizonten im Einzugsgebiet des Rheins herstammen kann. Der Stein hat die Größe und Gestalt eines im Wasser abgerollten kleinen Kiesels und stammt vermutlich aus dem Rheinschotter. Er ist der Länge nach gespalten, und in die Spaltfläche ist die Negativform einer spätbronzezeitlichen Pfeil- spitze eingegraben. Es handelt sich unzweifelhaft um eine Eußform, da der Eingußkanal von der Seite her nachweisbar ist. Der Stein ist infolge der Hitzewirkung beim Eufzvorgang vollständig verbrannt und weist daher rötliche Färbung auf. Unter den ungemein zahl- reichen bronzezeitlichen Gußformen und Eußformsragmenten ist mir kein einziges Stück dieser Art bekannt. Diese Werkstücke sind sonst immer bedeutend größer und in der Regel in feinsttornige Sand- steinplatten umgeschliffen. Die Gußform vom Borscht ist demnach ein Unikum im urgeschichtlichen Fundmaterial. Nr. 2. Vom Lutzengütle stammt ein Bronzeobjett, das ähnlich wie die bekannten Bronzedoppelangeln der späten Bronzezeit ge- formt ist. Im Gegensatz aber zu dieser häufigen Form, bei der sowohl Angelspitzen, als Angelkörper in einer Ebene liegen, biegen beim Fundstllck vom Lutzengütle die Angelspitzen im rechten Winkel aus dem Angelkörper heraus, ja legen sich sogar gegen diesen zu- rück. Da die Spitzen keine Widerhaken aufweisen, neigte ich zunächst dazu, das Objekt überhaupt anders zu deuten. Eine Vorweisung und Diskussion des Stückes mit Herrn Dr. Th. Ischer, dem bekann-
        

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