— 80 - zu wissen, ob tatsächlich geschlossene Grabfunde oder lose Streufunde vorliegen, 1. Bronzegrab in der Au. Am 13. Jänner 1938 konnte ich bei Jgnaz Hasler folgende Erhebung durchführen. Der Mann war damals über 80 Jahre alt und ist heute nicht mehr am Leben. In Bezug auf den Fund war er von außerordentlicher Eedächtniszuoerlässigkeit, wie dies der Vergleich am Gegenstand bewies. An den Fundort zu gehen, konnte dem alten, kränklichen Manne nicht mehr zugemutet werden. „Das Grab wurde gefunden bei den Auhiiusern, die beim 1927er Rheinhochwasser weggerissen wurden. Es lag am Rande des heute noch zurückgebliebenen Sees. Im Jahre 1879 wurde beim An- wesen Hasler Nr. 29 eine Stickerei zugebaut. Bei der Funda- mentierung stieß man in einer Tiefe von etwa 70 — 80 <-m auf das Grab. Das Grab war ringsum mit Steinen eingefaßt. Die Leiche war kräftig und groß und der Schädel so hart, daß man ihn mit dem Pickel nicht einzuschlagen vermochte (wird wohl heißen, daß er beim Gruben nicht in Trümmer ging!). Die gefundenen Gegenstände waren! 1. Ein Bronze-Messer, ca. 15 cm lang. Dies wurde von einem Juden (jedenfalls Hausierhändler!) gekauft. Er bot zuerst 4V Kreuzer. Um diesen Preis wollte der Finder das Messer selbst verwerten, denn, wenn er einen Handgriff daran mache, sei es im Haushalt noch zu allerlei Möglichem zu gebrauchen. Es'wurden dafür 2 Gulden erlegt. 2. Eine Lanze (Schwert!) ca. 36 <:,ii lang, in der Mitte (Quer- schnitt) etwas dicker, hinten ein Blättchen mit 4 Löchern (Nieten), 3. Eine Nadel, ca. 12 cm lang, gut nageldick (wie ein 200er Nagel), oben daran war ein gedrehtes Köpfchen und dahinter ein kleines Loch. 4. Eine Handkeule (Hasler für Lappenbeil!), die, wenn man sie in der Mitte faßte, gut in die Hand paßte und nach der einen Seite eine Spitze (Schneide), nach der anderen Seite ein flacheres Teil besaß, das Ganze von der Größe eines kleinen Beils. Alle Gegenstände waren gut erhalten, glänzten gelb wie Gold (wenn man sie anritzte!) und waren in den Schneiden noch scharf.
        

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