— 50 — Freie zu Vasallen hatten. Die 
2. Klasse bildeten die Mittelfreien, das sind die. welche der 
Semperfreien Vasallen waren. In die 3. Klasse gehörten alle freien Landsafzen. 
Die Adelsklassen schlössen sich gegeneinander sowie gegen den Bürger- und Bauernstand ab. Es bildete sich ein besonderes Adelsrechtd. Allgemeines Recht wurde es, dafz, wer 
nicht selbst Herr war 
oder sein konnte, 
einen solchen nehmen mußte. 
Die Herren betrachteten sich als die wahren Eigentümer alles Grundes und Bodens in ihrem Gebiete und aller nutzbaren Rechte, 
weshalb sie auch die Jagd und 
das Fischereirecht für sich 
in Anspruch nahmen. „Alle Freiheit und Macht, alle Kultur eines Volkes geht aber vom Eigentum aus und hat darin ihre Wurzel. Nur das freie Eigentum macht frei"-), sagt schon Peter Kaiser wörtlich. ' Der Adel haßte die Städte, die durch freies Eigentum bald zu Wohlstand, Blüte und Macht kamen, ebenso wie den freien Bauernstand. Doch kam letzterer im 13. Jahrhundert immer mehr zu Ehren. Alle Schichten der Bevölkerung und alle öffentlichen Verhältnisse waren von der Landwirtschaft beherrscht. Grund und Boden bildeten den eigentlichen Besitz 
der Herren wie der Bauern. Ganz besonders förderten 
die Klöster den Ackerbau und den Bauern- stand»). In unserer 
Gegend stand der größte Teil des Bodens im freien Besitze von Bauern. Den kleineren Teil hatten Lehensleute inne, die zu bestimmten Abgaben an Naturalien 
verpflichtet, sonst aber frei waren«). Die 
Leibeigenen dieser Zeit hatten meist von Grund- herren Grund und Boden zur Bewirtschaftung 
gegen festgesetzte Abgaben, 
oder sie waren Inhaber von Erblehen und 
traten so zum Grundherrn in ein persönliches und dingliches Verhältnis, das man eben Leibeigenschaft nannte. Sie konnten aber auch freies Eigentum besitzen und erlangen. Die Lehengüter konnten sie nicht mit Schulden belasten, womit ein großer Schutz gegen Verarmung >) Kaiser-Büchel: S. 169. s) Kaiser-Büchel: S. 17g und Peter Kaiser: Geschichte des Fürstentums Liechtenstein. Chur 1847, S. 1Z4. !). ->) Kaiser-Büchel: S. 170.
        

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