— 35 — barkeit einzig der sogenannte Blutbann unter dem Namen Reichs- vogtei dem Grafen bzw. dem Kaiser geblieben war. Die landes- herrlichen Rechte des Bischofs erhielten in 
der Folge noch eine weitere Entwicklung, indem er im Jahre 1213 
vom Heerbanne befreit und zum Reichsfürsten erhoben wurde'). In Folge der Ueberlassung staatlicher Besitzungen, Regalien und Hoheiten sind die Bistümer vielfach zu 
unabhängigen Herr- schaften herangewachsen, wie auch die Grafen 
und Herzöge aus dem gleichen Grunde überall zu 
erblichen Herrschaften sich entwickelten. Bei dieser Entwicklung war auch mitbestimmend, daß, 
als Deutsch- land seit dem 10. Jahrhundert ein Wahlreich geworden war, die Kaiser von der Aristokratie abhängiger wurden und dieselbe durch Abtretung hoheitlicher 
Rechte sich günstig gesinnt zu 
erhalten suchten. So führte der Gang 
der Geschichte zum Feudalismus, d. h. zu einer 
privatrechtlichen Zerstückelung hoheitlicher Rechte und durch diese zu einer großen Stärkung der 
Aristokratie^ sowie zu gleich- zeitiger bedenklicher Einschränkung königlicher Gewalt-), 7. Die Zeit der salisch-friintischen Kaiser. (1024 — 1137). Nach dem Erlöschen 
des sächsischen Kaiserhauses kam Konrad ll. aus 
dem Geschlechte der salischen Franken zur Königswiirde. Gegen diesen empörte sich Ernst II., der deshalb in Acht und Bann erklärt wurde. 
Das Herzogtum Schwaben und Rätien erhielt 
nun Ernst's Bruder Hermann. Nach Hermanns Tod verlieh der Kaiser Schwaben und Rätien dessen Bruder Heinrichs. Aus der Reihe der 
nachfolgenden Herzoge wurde Rudolf 1077 auf einem Tage 
zu Forchheim zum König ausgerufen, während König Heinrich IV. in Rom weilte 
und sich durch seinen Charakter und seine Regierungsart in weiten Kreisen unbeliebt gemacht hattet. Zu dem Eegenkönig Rudolf hielten unter anderen 
der Bischof Heinrich von Chur, 
Graf Hugo von Tübingen und zwei Bregenzer- 1) Planta: Das alte Rätien: S. 433. 2) Planta: a.a.O.. S. 433 und 434. Z) Kaiser-Büchel: S. 83 u. f. «) Kaiser-Büchel: S. 89.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.