— 16 — Sie hatten in 
vorrömischer Zeit Viehzucht und Bienenzucht betrieben, 
deren Erzeugnisse sie nach 
außen zu verwerten wußten. In den Tälern 
betrieben sie Ackerbau und in 
den südlichen Tälern auch Weinbau. Als Rätien römisch 
wurde, sind daselbst die ver- schiedenen Zweige der Landwirtschaft heimisch gewesen, die heute noch in diesen Gegenden betrieben werden, immerhin mit dem Unterschied, daß der Ackerbau, der heute bis in die höchsten Täler hinauf reicht, damals nur auf die mildesten und fruchtbarsten Täler sich beschränkte, wogegen die Bienenzucht einer viel größeren Aus- dehnung sich erfreute als heute. Die Rätter waren ein säßhaftes Volk, bei dem die Idee des Grundeigentums notwendig entwickelter sein mußte, als bei den nördlichen Wandervölkern. Die Hauptnahrung der Rätier habe in den fruchtbaren 
Tälern aus den Erzeugnissen des bebauten Bodens und im 
allgemeinen aus Fleisch und Molken bestanden, wobei der Versorgung 
mit Fleisch auch die Jagd zu dienen hatte. Die Kleidung wurde aus Geweben und aus Tierfellen hergestellt. 
An Hausgeräten dürften die Rätier außer den zur Aufbewahrung der Speisen dienenden Gefäßen aus Holz und aus Ton 
wenig besessen habend. Die 
Wohnungen sind gleich wie bei den umwohnenden Kelten meist aus Brettern und aus zusammengefügten Stämmen erbaut worden, wobei auch Lehm, soweit vorhanden, zur Aus- füllung der Lücken usw. Verwendung fand. Die Bedachung hat in den Ackerbau treibenden Tälern aus Stroh, in den anderen Gegen- den 
aus Holz oder Steinplatten bestanden)̂. Nach römischen Schriftstellern haben die Römer bei ihrer Eroberung Rätiens und Vindeliciens viele Städte und Burgen eingenommen und zerstört. Dabei darf man nicht an kunstgerechte Stadtmauern denken, sondern nur an Stein- oder Erdwälle nebst Graben, ebenso bei den Burgen. Die Kelten haben den Mörtel noch nicht gekannt. Die Burgen sind zweifellos nur Zufluchtsstätten gewesen, ähnlich wie sie bei 
den italischen und bei anderen keltischen Völkern üblich waren, nämlich 
große Plätze, die von einem Wall, bestehend aus Erde, Stein 
oder gefällten Bäumen >) Planta: S. 17 u. f. 2) Planta: S. 21 u. 22.
        

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