— 15 — Die in der schweizerischen Nachbarschaft im Tale durchgeführten Grabungen haben, wie nicht anders zu erwarten, ergeben, daß auch dort zur gleichen Zeit menschliche Siedlungen vorhanden waren'). Sicher ist, daß jene Menschen, die in unserer Gegend im letzten Jahrtausend v. Chr. wohnten, auch sprachliche Beweise ihrer Existenz uns hinterlassen haben. -) Mehrere heute noch gebräuchliche Orts- und Flurnamen wie: Bendern, Eschen, Mäls, Schaan, Triefen, Samina, Balma u. a. stammen aus jener frühen Zeit. Vor den Kelten, denen, wie wir gesehen haben, Illyrer zu- mindest untermischt waren, dürften auch in den Tälern nördlich der Alpen, wenigstens eingesprengt in die alteingesessene Bevöl- kerung, Etrusker gewohnt habend. Die Begrenzung Rätiens tritt erst deutlicher an den Tag, als die Römer 15 v. Chr. dieses 
Gebiet sich unterworfen und zur römischen Provinz gemacht hatten. Rätien wurde von den Römern jenes Gebiet des Alpenlandes genannt, das von dem Eotthardstock ostwärts bis ungefähr zur 
Ziller sich erstreckte. West- lich grenzte Rätien an Helvetien und östlich an die Gebirgsland- schaft der Noriker. Aber auch die südlich und nördlich abfallenden Täler der Alpen wurden zu Rätien gerechnet. Das Gebiet etwa vom Bodensee bis zur Donau nannten die Römer Vindelicien^). Die Rätter kannten frühzeitig außer Kupfer, Erz und Eisen auch die edlen Metalle Silber und Gold, und 
es soll damals Gold dort häufiger gewesen sein als Silber. Mit der Kenntnis dieser Metalle hatten die Rätter eine ansehnliche Stufe der Kultur er- reicht̂). 1) Vergl. Karl Keller-Tarnuzzer: llr- und Frühgeschichtliche Archäologie in der Schweizerischen Nachbarschaft. Jahrbuch Bd. 35. S. 129 u. ff., sowie den Jahresbericht des Heimatbundes Sarganserland für 1941. Vervielfältigte Mitteilung an die Mitglieder. 2) Vgl. Dr. Eugen Nivv: Alte Sprachllberreste und fremdes Svrach- gut in Liechtenstein. Jahrbuch Bd. 2-l. S. 89 u. sf.. insbesondere S. 99. 100. ») Vgl. Dr. P. C. Planta: Das alte Rätien. Berlin 1872. S. 10. und Conradin von Moor: Geschichte von Churrätien und der Reoublick „gemeiner Drei Bünde". Chur 1870. 1. Band. S. 10. «) Planta: Das alte Rätien. S. 2. 5) Planta: a. a. O.. S. 14 u. f.
        

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