— 111 — Das -Ehrenmal Bon Franz Fischer Zm Vorfrühling 1939 erhielt ich nach vorheriger Anfrage durch die Eidgenössische Kunstkommission von der Fürstlichen Regierung von Liechtenstein eine Einladung zu einer Konkurrenz für ein Denk- mal für den Komponisten Joseph Gabriel von Rheinberger in Va- duz. An Hand der übersandten Wettbewerbsbestimmungen und den Aufnahmen des vorgesehenen Bauplatzes konnte ich ersehen, welch interessante Aufgabe hier zu lösen war. Eine voralpine Gegend, stille bewaldete Felshänge, ein schön gegliedertes einfaches Haus, das Geburtshaus Rheinbergers, davor ein Garten, der beherrscht wird von einer Tannengruppe, die man. wenn sie fehlen würde, pflanzen mühte, und endlich im Vordergrund, als Kreuzungspunkt verschiedener Straßen, der vorgesehene Platz für ein Denkmal. An der Konkurrenz, die beschickt wurde von ein paar Liechten- steinern, Schweizern und deutschen Bildhauern, entschied sich das Preisgericht, das aus dem Herrn Landtagspräsidenten A. Frömmelt, Vaduz, Herrn Bildhauer H. Hubacher, Zürich, und Herrn Professor Liebermann, München, bestand, für meinen Vorschlag. Von Anfang an war ich mir im klaren, daß dieses Denkmal nicht wie vielerorts wie ein Fremdkörper in die Gegend hineingestellt werden dürfe, es sollte vielmehr aus dieser Landschaft herauswachsen; es war also für mich gegeben, daß ich, wo immer möglich, auf die vorhandenen natürlichen und baulichen Anlagen Rücksicht nehmen wollte. So baute ich denn das Bauwerk, welches aus Steinmaterial der Gegend ist, um die schöne Tannengruppe und verschob den Hauptteil des Denkmals nach rechts, um damit den Blick auf das rückwärts- liegende Geburtshaus des Komponisten frei zu lassen, und so ergab sich eine gegliederte, aufgelockerte Anlage. Was den eigentlichen plastischen Schmuck anbelangt, so stelle ich mich auf den Standpunkt, daß ein Thema oder Vorwurf für eine Denkmalsplastik auf einem öffentlichen Platz immer so gestaltet werden müßte, daß es auch dem einfachsten Manne aus dem Volke sofort verständlich sein würde. Dies ist der Grund, warum ich davon abgesehen habe, irgendeine Figur symbolischen Inhalts darzustellen.
        

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