— 76 — der das Haus übernahm, oder auch aufden Schwiegersohn, der ein- KeirMte^ Bei einem Hauskauf wurde manchmal das Zeichen über- nommen. So kommt es, daß — wie aus den urkundlichen Angaben ersichtlich ist — die Zeichen im Laufe der Zeit verschiedenen Namen zugehörten. Waren mehrere Söhne 
vorhanden, so wurde die Stamm- form durch Zugaben 
erweitert, so daß 
jeder sein eigenes Zeichen hatte. 
Ein schönes Beispiel bieten die 
Zeichen 31. 32, 33, 34, die einst vier Brüdern zugehörten. 
Zeichen 31 ist die Stammform. Zur Unterscheidung fügten die Brüder einen, bzw. zwei oder drei Striche bei. Diese Formveränderung zur Unterscheidung wurde zum Teil bis in die neueste Zeit von heute noch lebenden Personen vor- genommen, so beim 
Zeichen 53, das eine Erweiterung 
von 52 ist. Auch von Frauen wurde das Hauszeichen zur Unterschrift benützt, wie aus 
mehreren Beispielen in unserem Verzeichnis 
ersichtlich ist, die wir in Erbschaftsabhandlungen oder auf Heiratsverträgen und Testamenten finden. 
Es scheint, daß entweder das väterliche oder auch das Zeichen des Ehemannes verwendet wurde. Wie schon erwähnt, finden wir in unsern Archiven eine große Anzahl alter Hauszeichen auf Urkunden. Sie dienten also nicht bloß als Besitz- oder Eigentumszeichen, die man auf 
Geräten usw. an- brachte, sondern auch als Zeichen der Willenserklärung, als Hand- zeichen, in der Zeit, als es Sitte wurde, Urkunden zu unterschreiben. Einzelne unserer Beispiele 
finden sick schon aus 
dem 17. Jahrhun- Ie^^sie_M^d^n^MMaL^_W IaMNMn^uts^em^sten-^ Jahrhunderts. Wer schreiben 
konnte, setzte seinen Namen unter die Urkunde; der des Schreibens 
Unkundige setzte an Stelle des 
Namenszuges sein Hand- zeichen und 
als solches wurde in den allermeisten Fällen eben das Hauszeichen benützt. In Triesenberg besitzen wir verhältnismäßig viele Hauszeichen, die an Stelle der Unterschrift benützt wurden. Da die Häuser, früher noch viel mehr als heute, weit zerstreut und die Wege noch schlecht waren, und da auch noch kein gesetzlicher Schulzwang bestand, besuchten viele noch keine Schule und konnten ihren Namen nicht schreiben. Der 
Amtsschreiber setzte das Schrift- stück auf, nachdem es vorgelesen 
war, setzten die Parteien zum Zeichen ihres Einverständnisses ihre Zeichen bei und der Amts- schreiber oder ein schriftkundiger 
Zeuge setzte den Namen des Zeichen- führers und oft auch eine Bemerkung bei, die besagt, daß der Be-
        

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