— 73 — Bürger- und Adelswappen Vorarlbergs von G, W, Eunz ist auck eine'Hauszeichensammlung von Alf. Leuprecht veröffentlicht mit alten Zeichen von Vludenz, Montafon, Sonnenberg und Vlumenegg. Es ergibt sich bei diesen Vergleichen, daß 
sich im Oberwallis wie 
auch in fast allen Walsersiedlungen, der Gebrauch der Haus- zeichen sehr gut erhalten 
hat, so im Prätigau, auf Davos, im Vals und 
auch im Safiental, 
von wo mir Herr Christian Buchli eine Hauszeichensammlung von Sofien und Tenna übermittelt hat. Im Wallis und bei den 
Walsern in Eraubünden waren früher auch die sogenannten Teßlen oder Beilen 
(Beiglen) im Gebrauch. Von diesen Alprechtshölzern, die man, wie es scheint, bei uns nur in Triesenberg kannte und die man hier „Beigla" nannte, berichtet Oberlehrer Josef Frömmelt in 
Band 16 des Jahrbuches des 
Histo- rischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein: „Die Alpen Eroß- und Kleinsteg und Silum sind Eenossenschaftsalpen. Eroßsteg zählt 216, Kleinsteg 218. Silum Kuhrechte oder Weiden. Früher wurde über 
den Besitz dieser Weiden 
kein schriftliches Verzeichnis geführt, dagegen bestanden Beigla, welche über das Eigentumsrecht der Weidenbesitzer Aufschluß gaben. Eine Beigla war ein kantig geschnitztes'Holzstück, 
etwa 10 bis 15 cm 
lang, 4 bis 6 cm dick und ebenso breit oder etwas 
breiter, es waren also nicht alle Beigla gleich groß. Auf der einen Breitseite war das Hauszeichen des Eigentümers, auf der andern Seite 
waren so viele Striche, Ganze Halbe, Viertel, als der betreffende Eigentümer Weiden hatte, ein- geschnitten/' Frömmelt berichtet dann auch noch, 
daß diese Beiglen in der 
Sakristei in einer Lade aufbewahrt 
wurden. Diese Lade konnte nur mit drei Schlüsseln geöffnet werden. Der Pfarrer, der Richter und der Kirchenpfleger 
hatten diese Schlüssel in Verwah- rung; sie konnten also nur gemeinsam öffnen und eventuell not- wendige Veränderungen auf den Beiglen anbringen 
oder solche Veränderungen 
kontrollieren. Diese Beiglen, an deren 
Vorhanden- sein sich mehrere ältere Leute heute noch erinnern wollen, sind nicht mehr zu 
finden. Es heißt, ein Mesner 
habe sie auf das Geheiß eines wohl allzusehr die Ordnung liebenden Pfarrers entfernen müssen und diese wertvollen alten 
„Urkunden" seien verbrannt worden. Die Weiderechte 
sind schon längst auf Papier verzeichnet, mit Name und Hausnummer; aber die auf den Beiglen verzeich- neten Hauszeichen sind uns leider verlorengegangen. Pfarresignat
        

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