— 253 — Weiden, 7, l. ZM" Hochgeehrter Herr Eeheimrath! Gestatte mir ergebenst, Ihnen mit diesem Briefe meine soeben erschienene 1. Orgelsonate (l^is-Moll, op. 33) zu senden und Sie um gütige Durchsicht dieses meines neuesten Verbrechens gegen Har- monie und Kontrapunkt etc. etc. zu bitten. Gleichzeitig erlaube ich mir auch, Ihnen, hochverehrter Herr Eeheimrath, meine aufrichtigste Bewunderung für Ihre so gran- diosen Orgelsonaten und anderen Orgelwerke zum Ausdruck zu bringen mit der Versicherung, daß sich diese meine Bewunderung selbstverständlich auch auf Ihre anderen Werte bezieht, mit welchen Werken Sie die musikalische Welt in so selten reichem Maße be- schenkt haben. Um nun dieser Bewunderung auch einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen, möchte ich Ihnen, hochgeehrter Herr Eeheimrath, gern eines meiner neuen Orgelwerke dedicieren. und gestatte mir hiermit die ergebenste Anfrage, ob Sie die große Güte hätten, die Dedikation eines neuen Orgelwerkes von mir entgegenzunehmen. Das Werk würde ungefähr die Opuszahl 48 oder 49 bekommen; zwei andere Orgelwerke, op. 49s und b, sind soeben in Stich erschie- nen bei Ios. Aibl Verlag in München. Mit der ergebensten Bitte, die Orgelsonate op. 33 gütigst ent- gegennehmen und durchsehen zu wollen und um gütige Nachricht, ob Sie gesonnen sind, die Dedikation eines neuen Orgelwerkes entgegenzunehmen mit ganz vorzüglichster Hochachtung und Ver- ehrung ergebenst M. Reger. Weiden, 12. Jan. 1900 Hochgeehrter Herr Eeheimrath! Verbindlichsten Dank für Ihren freundlichen Brief; es freut mich sehr, daß Sie die Dedikation eines größeren Orgelwerkes von mir annehmen. Unterdessen habe ich Herrn Rob. Forberg gebeten, Ihnen meine opers 27 und 29 zuzusenden und werden Sie selbe schon erhalten haben; in diesen 2 Orgelwerken wie bei der bei Aibl erschienenen Orgelphantasie über „Freu dich sehr, o meine Seele" werden Sie finden, daß auch ich auf dem Standpunkt der wirk- lichen vier- oder fünfstimmigen Polyphonie (Bach!) stehe, und sind
        

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