Der Hörer wird hier getäuscht: Nicht die beredte Oberstimme, sondern die kontrapunltierte, eher als Begleitung sich darstellende Sechzehntelfigur ist das legitime Thema, das dem ersten bei dessen Rückkehr zur Seite treten wird. Aber das Eröffnungsmotiv des vermeintlichen Themas gelangt weiterhin zur führenden Bedeutung; in stetem, sekunden- weisem Abwärtsschreiten bildet es einen neuen Kontrapunkt zum 1. Thema, macht dessen tragischen Ausdruck noch sprechender und scheint mit ihm allmählich in der Tiefe zu versinten. Das Thema der 4. Fuge und seine weitere Behandlung berührt wie frische Morgenstim- mung, deren friedvolle Heiterkeit durch keinen Hauch getrübt wird. Alle kontrapunktischen Ereignisse (Umtehrung, Vergrößerung) sind so natürlich ins Ganze verwoben, daß sie für sich keine Rolle spielen und das Erundbild nicht einen Augenblick verändern. Das Thema des 5. Stückes, in der harmonisch-modulatorischen Bedeutung seiner ersten beiden Takte wie ein „Verwandlungsmotiv" anmutend, ist eher ernst gestimmt, das 2. Thema mit seinem weichen Tanz- rhythmus leichtlebig und fröhlich; in seiner Vereinigung mit dem ersten büßt es diesen Charakter ein. Nur erwähnt sei noch das folgende ..Iagdstück" mit seinem glänzenden „Orchesterstil", zu dessen restloser Bewältigung freilich die virtuose Hand und der richtige Kops gehört.
        

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