— 219 — übrigen, bis jetzt noch nicht in Neuausgaben erschienenen Messen sind die notwendigen Korrekturen im Kirchenmusikalischen Jahrbuch für 1909 (Regensburg, Pustet) genau angegeben, wo auch eine ein- gehende Analyse sämtlicher Messen zu finden ist. Die Mssa pro clekunctis hat Rheinberger dreimal vertont. In op. 60 besitzen wir ein großangelegtes, tiefernstes Requiem für Chor, Soli und Or- chester, in op. 84 ein einfaches, für unbegleiteten gemischten Chor geschriebenes und in op. 194 ein solches für gemischten Chor mit Orgelbegleitung, zugleich sein letztes vollständiges Werk auf kirch- lichem Gebiete und eine überaus stimmungsvolle, von leiser Weh- mut überschattete Komposition. War schon auf dem Gebiete der Meßkomposition die Tätigkeit Rheinbergers eine überaus rege, so hat er aber auch die Gattung der Motette stets mit Sorgfalt und Liebe gepflegt und die ein- schlägige Literatur um manche wertvolle Gabe bereichert. Es seien hier von den s capella geschriebenen Werken nur genannt das aus- drucktiefe Salve KeZina aus op. 197 und die Adventmotetten op. 176 für vierstimmigen, die 5 gediegenen Motetten op. 163 für fünfstim- migen sowie die 4 prachtvollen Motetten op. 133 für sechsstimmigen und die grandiose Osterhymne op. 134 für achtstimmigen Chor, Werke, welche zum Bedeutendsten zählen, was die kirchliche a-capeUs- Literatur des 19. Jahrhunderts aufzuweisen hat. Von orgelbeglei- teten Werken dieser Art möchten wir außerdem hervorheben die „Sechs religiösen Gesänge für eine tiefe Stimme", op. 157, die 6 zweistimmigen Hymnen, op. 118, die 3 prächtigen Hymnen für dreistimmigen Frauenchor, op. 96, mit dem kunstvollen Kanon „^äorsmus te" und die sehr fein gearbeiteten, wirkungsvollen „Fünf Hymnen für gemischten Chor, op. 140. Schließlich seien noch die beiden hervorragend schönen und (besonders op. 138) viel gesun- genen „Lwbat mater", op. 16 und 138, genannt, welche beide mit Begleitung eines kleinen Orchesters geschrieben sind und den ergrei- fenden Text in tief innerlicher, ausdruckvollster Weise vertonen. Bei Rheinbergers schwächlicher Gesundheit konnte eine solch umfassende Schaffenstätigkeit nur von ungünstigem Einfluß auf sein körperliches Wohlbefinden sein. Und wirklich klagte er als Zwanzig- jähriger bereits im Jahre 1859 über Reizbarkeit und litt unter Kopfschmerzen und nervösen Störungen. Besonders machte ihm aber eine Knochenfontanelle zwischen Mittel- und Zeigefinger der rechten
        

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