— 213 Joseph Rheinberger als DrgelKomponist Von Musikdirektor Jakob Egli Unter der neueren Orgelmusit nehmen wohl die Orgelwerke von Joseph Rheinberger eine erste Stelle ein. Mir war es ver- gönnt, neben einigen andern Schweizer Kollegen, wie Carl Vogler, Fr. Niggli, Robert Eayros, Oskar Engelhard und anderen gleich- zeitig den Unterricht des hochverehrten Münchener Hofkapellmeisters in Kontrapunkt und Komposition zu genießen. Bei der sehr ange- strengten und ausgedehnten pädagogischen Tätigkeit Rheinbergers an der Königlichen Akademie der Tonkunst in München ist es daher doppelt erstaunenswert, mit welch unermüdlichem Fleisz der Meister auch kompositorisch tätig war. Neben seinen trefflichen Wer- ken auf allen Gebieten der Musikformen half er namentlich durch die genialen Werke für die Orgel seinen unsterblichen Ruhm mit- begründen! Seine gehaltvollen Orgelkompositionen sind bei aller Einheitlichkeit der Form und der Modulation stets mit blühender Phantasie und reicher Harmonik durchwirkt. Rheinberger beherrscht den Stil für sein königliches Instrument in einer seltenen Weise und Vollkommenheit. Die Form der Orgelsonate stellt in der Be- herrschung des Kontrapunktes und des polyphonen Stiles die denk- bar schwierigste Aufgabe. Während Rheinberger in seinen ersten Orgelsonaten die Form noch in bescheidenem Rahmen hält, wachsen die späteren Sonaten, namentlich die letzten, beinahe zur Breite der viersätzigen Sinfonie- form aus. In der 1. Sonate (L-Moll, op. 27) herrscht ein ungezwun- genes kontrapunktisches Spiel voller Gefühlsinnigkeit bei bescheidener Harmoniefolge (1. Satz). Jm'Mittelsatze wird ein einfaches Thema geschickt und in verschiedenen Oktaven verwendet. Den Schlußsatz bildet eine Fuge. Auch die Fugen aus Rheinbergers Orgelsonaten werden von unsern Konzertorganisten mit Vorliebe gespielt. Sie gemahnen uns an den Urvater aller Fugenkomponisten, an Johann Sebastian Bach. Neben den 2V Orgelsonaten hat Rheinberger auch noch eine größere Anzahl Orgelkompositionen allgemeinen Charakters ge- 1 Z
        

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