— 205 — sierte damals bei mir fast epidemisch. Ich erinnere mich, wie er den 3. Satz lobte, aber zugleich mein Spiel wegen mangelhafter Rhythmik tadelte. Er sang mir mein Thema vor, wie es wirklich von mir geschrieben war und ich sah mit Schrecken, was mein Spiel für eine Mißgestalt daraus gemacht hatte. Ein Jahr später (1899) kam ich nach einem Studienjahr in Berlin, angeödet von der dortigen verknöcherten epigonalen Ma- nier, nach München zu Ludwig Thuille. Wieder besuchte ich Rhein- berger, der damals kränklich war und sehr gealtert erschien. Er nahm mich mit aller Herzlichkeit auf, trotzdem er keinen Hehl daraus machte, das; er mit der damals neuen, heute ach so alten Münchner Schule nicht einigging. Wie mir schien, war es besonders der enge Anschluß an Wagner, der ihm bei Thuille mißfiel, von dem er sonst mit Hochachtung sprach. Ich glaube, daß ich damals Rheinberger zum letztenmal gesehen habe. Ein- oder zweimal versuchte ich noch, ihn zu treffen, aber Krankheit verhinderte ihn, mich zu sehen.
        

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