— 195 — der Aufgabe oder den Komponisten auf Mängel oder falsche Noten aufmerksam machte. Alles höchst treffend und charakteristisch. Unvergeßlich ist mir auch des Meisters Hinweis, man könne ein Werk am besten studieren, indem man es auch abschreibe. Dabei erzählte er, als Knabe sei er stundenweit von Vaduz gewandert, um Klaviersonaten von Beethoven abschreiben zu können. Ich halte Meister Joseph Rheinberger hoch in Ehren und werde ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren! Sidne? Homer Aus seinem Buche "Nv >Viks and I", erschienen 1939 bei Nae- millan OompÄiiv ^ew VorK, mit freundlicher Erlaubnis des Ver- fassers. Aus dem Englischen übersetzt von Alexander Frick. Ich war 19 Jahre alt, als ich mit Herrn Chadwick zu studieren begann. Er wünschte, dasz ich im September in die Rheinberger- Klasse der Königlichen Musikschule in München eintrete und plante meine Studien demgemäß. Ich konnte nicht ohne Erlernung eines Instrumentes eintreten und so dachte ich, Orgel zu spielen. Theorie war mein hauptsächliches Studium und im Winter nahmen wir Harmonielehre, einfachen und doppelten Kontrapunkt, alle Formen des Kanons und einfache Fugen durch. Musik ist ein leichtes Stu- dium bei einem großen Meister, und im Sommer stand ich ganz auf eigenen Füßen. Kein Problem der Harmonielehre oder des Kontra- punktes beunruhigte mich mehr. Welch ein Wechsel! Das Pertrauen und die Sicherheit wurden ^ mir durch einen Mann gegeben, für den Musik eine Kunst und nicht mehr bloße Technik war. Die nächsten 3 Jahre waren die eines konventionellen Musik- studenten. Rheinbergers Klasse war einfach der Platz, wo wunder- bare Kontrapunkte geschrieben wurden. Wenn einer geschickt war, konnte er lernen. Keine Heimarbeit wurde aufgegeben außer dem sorgfältigen Studium dessen, was in der Klasse durchgenommen wurde. Alle originellen Arbeiten eines Studenten kamen aus eige-
        

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