— 181 — So steht in Rheinberger eine vornehme, künstlerische Persön- lichkeit vor uns, welche stets edle Musik in technischer Vollendung darbietet, denn ,so grosz die Zahl seiner Werke ist, man wird nichts Banales unter ihnen finden'." Mit diesem Ausspruch H. v. Bülows, den ich mir zu eigen mache, und einigen Schluszbetrachtungen endigt der erwähnte Artikel. Rheinberger, der an seinem 60. Geburtstag auf Vorschlag Sandbergers von der Universität München zum Ehrendoktor er- nannt worden war, schrieb mir darauf: „Meinen besten Dank für Ihren lieben Brief und warmen Aufsatz in der .Allgemeinen Zei- tung', in dem ich aber zu .schön' gemacht bin, wie Sie aus beilie- gendem Konterfei ersehen können". Schon früher hatte er mich durch ein Bild erfreut, das mir aber ein amerikanischer Langfinger entwendete. Außerdem besitze ich noch die Partitur seines Elegischen Marsches, op. 167 b, und die Klavier- sonate ki8-Moll, op. 184, mit seinen Widmungen. Besonders hoch schätze ich einige Manuskripte, die mir aus dem Nachlaß der Frau Konservator M a i e r zufielen. Bekanntlich war Rheinberger Schüler des Konservators der musikalischen Abteilung der Bayrischen Hof- und Staatsbibliothek, Julius Josef Maier, der 1889 in München starb. Maiers Witwe zog nach dem Tode ihres Gatten wieder in die badische Heimat. In Karlsruhe lernte ich die hochbetagte Dame kennen, und da sie auf Rheinberger sehr stolz war, spielte ich ihr manchmal etwas von seinen Kompositionen vor. Dafür bedachte sie mich in sehr liebens- würdiger Weise in ihrem letzten Willen. Ich erhielt ein schönes Eips- relief Moritz Hauptmanns, das dieser einst seinem Schüler Julius Josef Maier gegeben hatte. Auch ein feingeschnittenes Medaillon von Mendelssohn lag bei. Die Hauptsache waren mir 2 größere Manuskripte Rheinbergers, nämlich die Motette „vomine DeuZ", die Kroyer Seite 48 bespricht, und „Sechs Motetten", von denen 4 in op. 40 veröffentlicht sind. Die erste Nummer von op. 40, der 114. Psalm („Ich liebe, weil erhöret der Herr") fehlt bei mir; dafür besitze ich die Manuskripte des 21. und 83. Psalms („Herr in Deiner Kraft" und „Wie lieblich sind deine Wohnungen"). Außerdem überließen mir die Erben einen Brief Rheinbergers an die „Hochverehrte Freundin" (vom 6. Februar 1901), in dem er i i
        

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