— 151 — Zusammen mit den vorhandenen würden sie späterer Forschung über manche Berühmtheit" als Unterlagen dienen, sowie über Art und Wesen der „Rheinberger-Schule" sichere Anhaltspunkte bieten können. Denn die Bedeutung dieser Schule ist nicht wegzuleugnen. Sie reicht bis in unsere Zeit. Manche seiner Schüler^ stehen noch heute im Mittelpunkt der musikalischen Bewegung Münchens, gute Tradition mit zeitgemäßen Kunstbestrebungen in Verbindung bringend. . Es war nicht so leicht, in den Klassen Rheinbergers Aufnahme zu finden. Wer Kontrapunkt oder Komposition als Hauptfach bei ihm studieren wollte, mutzte sich einer gründlichen Prüfung unter- ziehen. „Wir Rheinberger-Schüler" war die etwas provo- katorische Losung von uns Wolkenkuckucksheimern. Jeder den Mar- schallstab im Tornister unter einem Himmel voller Geigen! Still- schweigend wurde uns von den übrigen Studierenden eine „höhere Rangklasse" zugebilligt, und man trug den Kopf gewaltig hoch. Im Unterricht schrumpfte diese Erhabenheit dann merklich zu-, sammen. Hier wurden wir insgesamt recht „klein". Den jugend- lichen „Vertraulichkeiten", die wir uns, bei aller Anhänglichkeit und Verehrung, anderen Lehrern gegenüber erlaubten, war bei Rhein- berger automatisch Einhalt geboten. Sonst recht hemmungslose Pol- terer wurden in seiner Nähe still und bedienten sich der Zehen- spitzen; manche unserer sich zuweilen recht blasiert und eigenwillig gebärdenden Ausländer strichen alsbald die Segel, wenn die Augen des Meisters in feinem Sarkasmus zu funkeln begannen; allzu Redselige wurden seinen knappen Repliken gegenüber still und be- scheiden. Das „Wie und Was" seiner Äußerungen, schlicht, leichtver- ständlich und selbst in schwierigen Fällen nur mit sachlichem Ernst und meist „sotto voce" vorgebracht, trug eben stets das Gepräge reicher Erfahrung und Abgeklärtheit. Oft schmuggelten wir auf Ver- abredung gewagte Harmonien und Modulationen unserer dama- 14. Zum Beispiel Humperdinck, der neben unveröffentlichten Bokalkom-, Positionen seine groszen Thorballaden 
„Wallfahrt nach Kevlar" und „Glück von Edenhall" sowie 
seine „Humoreske" für Orchester bei Rheinberger ge- schrieben hat, 15. Professor Carl Ehrenberg, Eeheimrat Professor Adolf Sandberger,. Professor August Schmid-Lindner, Präsident der Akademie der Tonkunst Ri- chard Trunk und andere.
        

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