— 117 — Joseph Rheinberger Von Hans Walter Kaufmann „Ein Volk, das seine groszen Männer ehrt, ehrt sich selbst." Am 17. März 1939 waren es 10V Jahre her, seitdem wohl der größte und berühmteste Liechtensteiner, Joseph Rheinberger, in Va- duz das Licht der Welt erblickt hat. Mit Bangen erwarteten die Eltern die Geburt des Kindes, denn „noch war Joseph nicht geboren, aber die Mutter in gesegneten Umständen, und zwar schon ziemlich nahe an ihrer Entbindung, als sie infolge eines Fehltrittes die Treppe des Hauses herabstürzte. Es war ein großer Schrecken und namentlich der Vater so besorgt, der Frau oder dem zu erwartenden Kinde könnte durch verfrühte Geburt oder andern Einfluß Unheil geschehen, daß er sich im Gebet zu Gott wendete und das Gelübde tat! wenn kein Schaden entstände an den beiden teuren Wesen, wolle er alles daran setzen, um der Kirche St. Florin, die ohnedem seine nächstgebaute Nachbarin war, eine neue Orgel zu verschaffen. Wunderbar war der Lohn seines Ver- sprechens, denn der Fall der Mutter hatte gar keine schlimmen Folgen, und nach sieben Jahren spielte das Kind, der kleine Joseph, für dessen Erhaltung das Gelübde geschehen war, zum erstenmale die neue Orgel." Dem kleinen Pepi war ein überragend großes musikalisches Ta- lent in die Wiege gelegt worden. Seine Mutter, Elisabeth Rhein- berger geb. Carigiet, entstammte einer rätoromanischen und sehr musikalischen Familie in Disentis, Kanton Eraubünden. Von ihr hatte Joseph wohl den Sinn für Melodik, das große Formenbedürf- nis, die Zartheit seiner Empfindung und das Ohr für fein abge- wogene Harmonik ohne jede Übertreibung. Auch der Vater, Johann Peter Rheinberger, war nicht unmusikalisch, wie man früher be- hauptete; er spielte Flöte und zeigte stets Interesse für die Kirchen- musik in Vaduz, womit auch das erwähnte Gelöbnis in Zusammen-
        

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