— 85 — der Landtag »in Beseitigung dieser wirklichen Kalamität angegangen. Da nun die Erstellung mehrerer Beamtenwohnungen 
namhaste Kosten verursachen würde, andererseits aber die bestehenden 
Räumlichkeiten sür die Aemter zum großen Teil 
ungenügend sind, und die 
jetzigen Gesäng- nisse nicht entsprechen und besonders der feuergefährliche Zustand der Räume des Grundbnchamtes dem Lande unberechenbaren Schaden 
zu- sügcn könnte, erwies sich die Idee: ein l, Amtsgebnude zu erstellen und die bestehenden sür Dienstwohnungen anzupassen, nls eine praktische Lösung der Frage. Diesen praktischen Erwägungen kann man noch bei- fügen, daß es uur zeitgemäß ist und auch dem äußeren Ansehen des Landes entspricht, wenn der Mittelpunkt unserer Administration, unseres Gerichtswesens und unseres politischen Lebens durch ein würdiges Ge- bäude, das alle l. Aemter in sich vereinigend, den Verkehr der Aemter nntcr sich und mit den Parteien erleichtert, repräsentiert wird. Abgesehen von Kirchcnbnutcn, in denen das höchste Ideal: die Religion, Ausdruck findet, ist man in Kulturländern allgemein bestrebt, geräumige uud zweckentsprechende Schulhüuser zu erstellen. Die Zierde mancher kleinen Stadt ist noch heute das 
vielleicht schon vor 200 oder 300 Jahren stil- gerecht erstellte Gemeindehaus oder Magistratsgebäude. Wenn wir daher zu 
dem Entschlüsse kommen, ein l. Amtsgebnude. das geräumig und praktisch eingerichtet, aber ohne 
jeden kostspieligen Luxus sein soll, zu erstellen, 
so ist dies in mehr als einer Hinsicht nur zu begrüßen." Der regierende Land es fürst, welcher schon den fürstl. Architekten v. Nenmann mit der Anfertigung des Ban- planes ans eigene Kosten betraut hatte, sanktionierte den Land- tagSbeschluß und gewahrte in seiner bekannten hochherzigen Weise zum Baue des ueuen Aintshauses einen Bei- trag von 100,000 Krouen aus eigenen Privat- mitteln. Der Landesansschuß beschloß anläßlich dieser hoch- herzigen Spende eine besondere Dankesknndgebnng. Das landsch. Amtsgebäude, in welchem außer den sämt- lichen lcmdsch. Aemtern nnd dem Landtage anch die fürstl. Domänenverwaltnng uutergebracht werden soll, wird voraus- sichtlich im Jahre 1905 bezogeu werden können, dn mit dessen Erstellung, dereu Koste,? auf 129,000 Gulden veranschlagt sind, in, Jahre 1903 begonnen wurde. ') Die sürstl. Regierung hat in Aussicht genommen, daß unserem historischen Vereine in dem neuen Gcbände ein Loknl nls Bibliothek- zimmer zur 
Verfügung gestellt werde. Auch wird die Frngc ventiliert, ob nicht das — 
allerdings erst in seinen Ansängen befindliche — Lnndcs- inuscun, in einen, der größeren Räume des Amtsgebändes untergebracht nnd damit den Besuchern zugänglich gemacht werden kann. 6
        

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