— 81 — Ueber die Versuche der liechtensteinischen Regierung nnd' des Landtages, im Jahre 1877 die Goldwährung einzuführen nnd über die damit zusammenhängenden Wirren haben wir seiner Zeit schon berichtet.') Zur Ergänzung dieses knrzen Berichtes über unser Münz-- wesen möge noch erwähnt werden, daß das F ü r st enha u s L i e ch t e n st e i n schon in früheren Zeiten wiederholt Münzen und Erinnerungsmedaillen prägen ließ. Dr. Alexander Missang. veröffentlichte über diesen Gegenstand im Jahre 1882 eine interessante 
Monographie. 2) Wir entnehmen derselben, daß das zuerst im Jahre 1607 dem Herrn, später Fürsten Karl Liechtenstein") persönlich verliehene Münzrecht mit der Er- werbuug von Troppau eine territoriale Grundlage erhielt. Der 
genannte Fürst ließ Dukaten, Taler, Gnlden und Groschen prägen. Die meisten dieser Münzen haben den Liechtenstein- Troppanschen Stempel nnd fallen in die Zeit 1611—1620.. Auch von dessen Sohne Karl Eusebius (1627—1681) wurden eine Medaille und mehrere Münzen geprägt. Des Fürsten Karl Eusebius einzig hinterlassener Sohn Fürst Hans Adam (1681—1712), welcher mit der Erwerbung der Herrschaft Schellenbcrg (1699) und der Reichsgrafschaft Vadnz (1712) der eigentliche Begründer des Fürstentums Liechtenstein wurde, ließ mehrere große Gold- und Silbermedaillen prägen. Bon den folgenden Fürsten, welche der seither nnd noch jetzt regier- enden Gundackerschen Linie angehören, ließen Medaillen nnd Münzen (Dukaten, Taler und Gnlden) 
prägen: Fürst Josef Johann Adain (1721—1732), Josef Wenzel (1748—1772), Franz Josef (1772—1781) und Alois I. (1781—1805). Fürst Alois II. (1836—1858) ließ zur Erinnerung an den 5. Oktober 1840, den Geburtstag seines Sohnes Johann, des jetzt regier- -) Vergl. Jahrbuch III.. S. 28 ff. -) Die Müuzeu des Fürstenhauses Liechtenstein vvn Dr. Alexander Missang (mit 8 Tafeln). Wien 1882. K. k. Hos- und Staatsdruckerci. Selbstverlag des Verfassers. König Mathias erhob Karl Herrn von Liechtenstein für seine vielen Verdienste mittelst Urkunde vom 20. XII. 1603 in den Fürsten- stand. Das Privilegium Münzen zu schlagen, ivar Karl schon im Jahre 1607 durch Kaiser Rudolf 11. zu Teil geworden. Die Erwerbung des Herzogtums Troppau erfolgte im Jahre 1614.
        

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