Landesveriveser v. Stellwag, welcher schvn längere Zeit an einem chronischen Herzleiden krank war, wollte Ende Oktober 1896 einen Erholungsurlaub antreten, erlag jedoch wenige Tage vor der geplanten Abreise unvermutet rasch eiuem Herzschlage. Er war erst 11 Jahre alt. Ans dem Friedhofe in Vaduz fand er seine letzte Ruhestätte. Nur 1 Jahre hatte seine Wirksamkeit nls Landesveriveser im Fnrstcntnme ge- dauert. Wenn er nuch — hauptsächlich wohl infolge seines Herzleidens —> den Anstrengungen des Dienstes und den viel- fältigen Anforderungen, welche nn den Regierungschef hernn- trnten, nicht immer voll gewachsen war und wenn er sich auch zum Nachteile seiner Autorität zeitweise von momentanen Er- regungen beherrschen lieh, so muß doch andererseits anerkannt werden, daß er eine vielseitige Bildung besaß, ein offener, ehrenhafter Charakter war und sich redlich um das Wohl des Landes bemühte.') Kurze Zeit nach dem Ableben des Landesverwesers v. Stellwag betraute der Landesfürst seinen Kabinetts- )̂ Friedrich Stellwag von Carion, einer angesehenen Familie ent- stammend, welcher auch der noch gegenwärtig lebende berühmte Oph- thalmologe I)r. Karl v. Stellwag, k. k. Hosrat und Universitätsproscssor a. D., ein Bruder seines Vaters, angehört, 
ivurde 1852 zu Hcrmannstndt als Sohn eines Artillerieoffiziers geboren, der im Fetdzngc gegen Preußen 1866 als k. k. Hauptmann wegen seiner Tapferkeit dnrch den Orden der eisernen Krone mit der Kriegsdekvrntion ausgezeichnet ivurde, in der Schlacht bei Königgrütz schwer verwundet ivurde und bald da- rauf starb. Friedrich v. Stellwag trat, nachdem er die Gnmnasial- und die rechts- und staatswissenschnftlichen Studien als Zögling der k. k. Theresianischen Akademie in Wien absolviert hatte, im 
Jahre 1876 in den politischen Dienst, stand bei den k. k. Bezirkshauptmannschastcn Krems und Brück a. d. Leitha in der Eigenschaft als Konzeptsprakti- kant, Stntthaltereikonzipist uud Bczirkskommissär in Verwendung uud ivurde 1889 als k. k. Statthaltcrcisekretär in die 
VIII. Rangsklassc bc- sördert und in das Gremium der k. k. Statthalters iu Wien berufen, wo er bis zu 
seiner 1892 erfolgten Ernennung zum' fürstl. Landesveriveser in Wien verblieb. In der Eigenschaft eines Reserveoffiziers hatte er den bosnischen 
Feldzug 1879 mitgemacht und sich hiebei vermutlich den Keim zu seinem Herzleiden geholt. Er hatte eine besondere Vorliebe für Altertumsforschungen und nn seinen Namen knüpft sich die Ausdeckung einer römischen Villa bei Ncndcln, worüber in unserem lll. Jahrbuche rcscriert wurde, sowie die Schaffung eines Landesmuseums iu Vaduz.
        

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