— 235 — Diese nahen Beziehungen seiner Familie zu Britannien läßt die apostolische Tätigkeit diese? TimotheuS in Britannien begreiflich erscheinen. Das älteste Märturologium Britanniens meist auch tntsächlich einen hl, Timotheus aus. Für die Bekehrung eines britischen Fürsten namens Luzius im Z, Jahrhundert haben wir aus Britannien selbst dnS Zeugnis von Bcda dem Ehrwürdigen vom Jahre 700 und aus Rom einen Papstkatalog vom 6, Jahrhundert, welcher beim Papste Clcu- thcrius bemerkt, dieser habe ein Schreiben von Luzius, einem Könige von Britannien erhalten, daß er Christ werden möchte. Weil nun dieser Papstkatnlog eine römische Quelle ist, ging man so weit und behauptete, die Nachricht von der Bekehrung des britannischen Luzius sei in Rom einsach erdichtet worden und zwar natürlich aus eigensüchtiger Absicht, Lütvls schreibt dazu: lins scheint, der Geschichtsforscher überschreite die Grenze des Erlaubten, wenn er ohne Rot zur Hypothese greift und diese zudem zu wenig rechtfertiget, Gregor der Große uud die Männer, die ihn umstanden, sowie jeue nach England gesandten Männer, stehen so hoch und ehrwürdig dn, daß man sie der Fabcldichtung nicht so leichthin beschuldige» darf," Ebenso scheint mir der die Grenzen des Erlaubten zu über- schreiten, der trotz der unleugbaren Bcweismomente den hl, Luzius eine sagenhafte Gestalt nennt, von der nian nichts sicheres wisse — nachdem seit den fernsten Zeiten in Räticn ein ganzes Volk von der Donau bis über die Alpeu mit seiner ganzen Geschichte für seine Tradition 
eingetreten ist, da doch Chur wo er wirkte und starb und sein Grab hatte, nicht eine verborgene Insel des Ozeans war, sondern mit Italien und Rom wie mit Rätien selbst in lebhaftestem Verkehre stand, wo man noch setzt Kunstdenkmälcr aus dem 6, Jahrhundert ausweisen kann, wo schon im 4, Jahr- hundert ein fester Bischofsitz war, wo es ein St, Luziklostcr gab, wo sein hl, Leib ruhte und sein Todestag alljährlich mit kirchlicher Feier begangen wurde, 8, Der Kritiker hält mir vor, daß ich einige Urkunden über die Be- sitzungen des Klosters Weingarten nicht gekannt habe, und doch stehen diese im 4, Band des mürttemb, Urkuudeubuches im An- haug, und fügt dann bei: „Der Versasser zitiert wiederholt dieses Urkundenbuch uud findet das für ihn so wichtige Dokument nicht. Unbegreiflich! Oder sollte er dieses Werk^ ebensowenig in Händen gehabt haben, als er in gewissen Archiven war," Antwort: Ich habe im Landesarchiv zu Bregenz im Beisein der Herren Archivar Kleiner und Schulinspektor Gnßner das be- treffende Urkundenbuch benützt. Die beiden Herren werde» mir das bezeugen. Wenn ich nun die betreffenden Notizen daraus mir nicht entnommen habe, so liegt der Grund in dem unglück-
        

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