— 231 — dieser Art immer ein trüberes Gesicht als die Zustände, wie sie wirklich waren. Das gilt vor allem auch von dem, was „Gesittung uud Bildung" anbelangt. Hütte man von 1090 Jahren her in Triefen eine Chronik geführt über alle Vor- kommnisse im Volksleben, auch über das, was für Volksbildung geschehen 
ist, so würde die Geschichte dieser Pfarrei allerdings eine viel freundlichere sein. Alles was mir zugünglich war, auch die bischöflichen Visitntionsberichte, habe ich gewissenhaft bcnützt, 4, Was ferner „die Ammenmärchen von den Tiermcnschcn" betrifft, so habe ich von den:, was ich geschrieben, nichts hinwegzunehmen. Weder Geologie, noch Paläontologie, noch Anthropologie haben mich bisher in ihren wirklichen Resultaten einer Unrichtigkeit überführen können. Auch in niederem Kulturstand stehende Völker sind keine Tiermeuschen, sondern intelligente, bildungs- fähige Menschen, wie die Tatsachen beweisen, 5, Der Herr Zensor glaubte unter den vielen romanischen Namen, die ich zu deuteu versucht habe, drei gefunden zu habe», die er richtiger zu übersetzen verstehe. Ich kann ihm aber zu seiner Be- ruhigung sagen, daß ich meine Uebersctzung mehreren gebornen Romanen (aus Graubünden), akademisch und sprachlich gebildeten Männern, zur Korrektur anvertraut habe, ehe ich sie publizierte. Matschils heißt in diesem Falle nicht, wie der Kritiker glaubt „Bergle", obwohl 
es aus den ersten 
Blick so zu sein scheint. Dort wohnte die Familie von Schiel und das romanische ..selnvl" oder -tsl'liiel" bedeutet soviel als „Höhe"; daher 
auch „5rvasvd!el°. Man muß im Deuten romanischer Namen sehr vorsichtig sein. V. Der Kritiker beanstandet eS, daß ich der Tätigkeit der Missionäre auf dem Gebiete der Agrikultur Erwähnung getan habe und meint, ich hätte Karl den Großen vor allen, nennen müssen. Wenn ein Historiker heute noch die unermeßlichen Verdienste der Missionäre besonders aus den Klöstern um die Landwirtschaft leugnen will, ist ihm nicht zu helfen. Karl der Große hat in Triefen keine Besitzungen gehabt, wohl aber sind mehrere Klöster im Besitze von Höseu und Gütern gewesen. Karl der Große hat auch, was er sür die Landwirtschaft getan, den Klöstern abgelauscht. 7. Der Kritiker meint, man könne keinen Missionär namhaft mache», welcher i» Liechtenstein das Christentum gepredigt und den Acker- bau gelehrt hätte, „und selbst der hl. Lnzius, welcher im 2. Jahr- hundert gelebt haben soll, und den der Versasser einen der größten Apostel NhütienS nennt, ist nur eine sagen- und legendenhafte Gestalt, über die man absolut nichts Sicheres weiß uud die erst im 9. Jahrhundert das erste Mal erwühnt wird, wo die Legcndcn- bildung schon große Fortschritte gemacht hat." Antwort: Wenn wir auch die Namen jener Münncr nicht mehr kennen, welche speziell in unserem Lande die Kelten und
        

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