Nun zur Kritik meiner Geschichte von Tricscn! 1. Da bemängelt der Kritiker vorerst Methode und Kritik. Ich mühte wirklich nicht, wie ich gegen Methode und Kritik mich ver- fehlt Hütte. Bei einer svlchen Arbeit könnten mehrere Methoden mit Recht angewendet werden. Aber die unbrauchbarste von allen wäre jedenfalls jene, welche der Kritiker vorgeschlagen hat, die rein chronologische Methode. Das gäbe ein Sammelsurium, das kein Mensch lesen möchte und wovon 
er so gut wie nichts behalten könnte. Und wo und ivic ivollte man bei der vorgeschlagenen Methode das Kulturgeschichtliche, das einen weiten Raum einnimmt, un- terbringen? Gewiß, hätte ich den uuklugen Gedanken gehabt, diese Methode anzuwenden, dann würde der Kritiker gesagt haben: Der Kaiionikus, der Landesvikar, der Pfarrer ?c. hätte sollcu das Material sichten uud in einzelnen Bildern darstellen: das hätte für ein Volksbuch besser gepaßt. — 2. Zösmair schreibt, ich scheine die Schwäche meiner Methode ge- suhlt zu haben, dnrnm Hütte ich kein Inhaltsverzeichnis beige- gcben. Die schlagendste Antwort darauf ist die Tatsache, daß ich dem Buche wirklich ein vollständiges Inhaltsverzeichnis 
bei- gesügt habe. Der 
Kritiker sagt, ich Hütte das Material nach den Regenten oder, „wenn dies schon durchaus 
nicht zusagt", nach den Pfarrern einteilen sollen. Hütte der Kritiker das Buch ruhig 
durchgclcsen, so hätte er ge- sunden, daß ich die politische Geschichte nach den Landesherren, die kirchliche nach den Pfarrern eingeteilt habe. Daß ich aber einzelnen Materien, wie der Vorgeschichte, den Lehen, den Zehnten, dein Volksleben, dem Adel, den Walliscrn eigene Darstellungen gewidmet habe, wird sicher niemand verurteilen. 3. Der Kritiker schreibt: In dieser Geschichte „treffen nur fast nichts als endlose Streitigkeiten der Pfnrrkinder unter einander". Das ist eine Uebertreibung. In ihrer Eigenschast als „Pfarr- kinder" (hat der Kritiker diese» Ausdruck mit einer gewissen Nebenabsicht gewählt?!) erscheinen die Triesner im ganzen Buche kaum einmal als mit einander im Streite liegend, als Mitbürger cbcnsnlls so gut wie nie, als Alpgenofsen in dem Handel be- treffend die Teilung der Alpen 
im 17. und zu Anfang 
des 18. Jahrhunderts. Hingegen finden sich sehr viele Händel mit den Nnchbargemeinden, teils wegen Grenzen, teils wegen der Wuhrc. DnS ging aber die „Pfarrkindcr" nichts nn. Wohl in den meisten Gcmeindcnrchiven nehmen diese Urkunden über beigelegte Streitig- keiten den größten Ranm ein. Diese hat man sich eben für spätere Fülle aufbewahrt. Ueber die schöneren Seiten des menschlichen Lebens hat man nichts notwendig gehabt, Urkunden in den Archiven zu hinterlegen. Darum machen denn auch historische Darstellungen
        

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