— 23 — Urteile Sachverständiger, daß nnser Land auf dem Gebiete der Viehzucht rührig voran schreitet. Nachdem die Viehseuchen-Konvention im März 1893 außer Kraft getreten war, versuchte die fürstl. Regier- ung — den Ansuchen des Landcsausschusscs und Landtages Rechnung tragend — ein S eparat-Abkommen mit der Schweiz zn stände zu bringen. Soviel damals bekannt ivurde, befürwortete die Regierung unseres Nachbar-Kantons St. Gallen das geplante Abkommen, wenn Liechtenstein die genügenden seuchenpolizeilichen Garantien biete. Ebenso sprach sich der landwirtschaftliche Verein des Bezirkes Werdenberg im April 1893 für ein derartiges Uebereinkommen — als im gegen- seitigen Interesse gelegen — aus. Die schweizerische Bundes- regierung erklärte jedoch in dem Reskrivtc vom 22. Juni 1893, daß sie zwar die in Aussicht genommenen weitgehenden Be- mühungen der fürstl. Regierung, um wirksame Garantien zn bieten, gerne anerkenne, daß sie aber nach einläßlicher Prüfung aller in Betracht kommenden Faktoren nicht in der Lage sei, auf ein Sevaratnbkommen einzngehen. Die Gewährung einer Ausnahmestellung gcgeuüber dem Fürstentnmc Liechtenstein würde sür die Schweiz vou weittragenden Folgen begleitet sein. Nicht nur stünde zn erwarten, daß auch Tirol und Vorarlberg mit anscheinend gleicher Berechtigung Anspruch auf eine ausnahmsweise Behandlung erheben würden, sondern es wäre auch namentlich zn befürchteu, daß anstoßende Teile Italiens, welche mit der Schweiz in regem Vichvcrkehre stehen, in dieser oder jener Richtung Schritte zur Anbahnnng von Ein- fnhrerleichterungen nuteruähmen. Ferner sei mit Sicherheit anzunehmen, daß bei der gegenwärtig in einem großen Teile der Schweiz herrschenden Futternot jede Maßnahme, die irgend den Anschein hätte, die Vieheinfuhr zu begünstigen, im Volke und in den Räten auf allgemeinen 
Widersprnch^s^ßen würde. Diese Absage war offenbar hauptsächlich beeinflußt von dem Resultate einer Konferenz betreffend die viehseuchenpvli- zeilichcn Verhältnisse an der österreichischen Grenze, welche nm 25. April 1892 in Zürich stattgefunden hatte nnd bei welcher Delegierte sämtlicher ostschweizerischen Kantone ver- treten waren. Es wurde dn an der Notwendigkeit des Ein-
        

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