— 163 — Neben dein mächtigen Bergfried sind die beiden Rondelle o t die interessantesten Wehrbanten der ganzen Anlage und erfreulicherweise durch Jahrhunderte vou menschlicher Hand verschont geblieben. Als Wohnbauteu weniger passend, haben sie ihre ursprüngliche Gestaltung so weit erhalten, als sie ohne Bedachung, allein dnrch ihre natürliche Festigkeit den Wild- wettern nnd Stürmen vieler Jahre zu widerstehen vermochten, jetzt aber ausgeschwemmt, immer schneller einein absehbaren Ende entgegensehen. Zivei wichtige Zeitabschnitte für das Studium der Burgen- kunde 
lassen sich hier als 
hervorragend schöne Beispiele ersehen, nämlich sür die Zeit des neigenden Mittclalters der Bergfried uud für den Beginn der neueren Zeit die Rondelle. Der Berg- fried mit seinem grohqundrigen fensterlosen Gemäner wurde als Schild für die dahinter liegenden Wohnräume erstellt, als Schutzmnner gegen die mehrere Zentner schleudernden Geiverse, die auf den hohen flachen Wiesenhängcn willkommene Positionen fassen konnten. Also weniger zur Abwehr, mehr als Zufluchts- ort iu der äußersten Gefahr und als sicherer Vorratsraum ist dieser massive, ausschußlose Turm aus dem höchsten Punkte des Burgselsens errichtet worden. Nachdem aber gegen Ende des 15. Jahrhunderts die meisten Burgen, 
welche sich nicht gerade einer -auffallend ge- sicherten Lage erfreuten, in unserer Gegend mit Anwendung der neuen Kriegstechnik gebrochen waren uud 
es sich somit genügend erwiesen hatte, daß die alten Anlagen gegenüber der Wirkung der Pulver- uud Feuerwaffen ohnmächtig waren, mußten zur Abwehr der Geschoße der weit entlegenen Artillerie uud sür die Aufstellung der eigenen Geschütze Bauten errichtet werden, zu 
denen sich Rundtürme nm besten eigneten. Die Burgherreu zogen es aber vielfach vor, ihre hohen Felsenhorste zn verlassen 
uud sich uuter 'dem Schutze der mächtigen Städtevesten niederzulassen, statt ihre entwerteten, schwächlichen Burgeil durch kostspielige Bauten uud neue for- tifikatvrische Anlagen zn verstärken. Unser Burgherr scheint aber nicht diese Ansicht geteilt zu haben, da er es wagte, eine
        

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