— 149 — Ein steiler Weg, der wohl mit den ersten Baulichkeiten der Beste entstanden sein mag, führt uns vvn Vaduz (Ober- dorf) aus, wenn mir in südlicher Richtung die abschüssige Berghalde durchschneiden, zur tiefsten Nordseite der Burg und von hier rechts an dein überivucherten Felskopfc vorüber, dessen Grat der grobguadrigc Bergfried einnimmt. An dieses höchst- stehende Kerniverk schließen sich südlich und nördlich zivei ge- waltige Batterietürme an, deren mächtige Mäuler die berg- ivärts ansteigenden welligen Wiesenhänge bedrohen. Von diesen leicht zugänglichen erhöhten Matten aus betrachtet, muß die Lage der Burg als eine weniger günstige bezeichnet werden, weshalb auch der östlichen Langseite die starken Türme vor- gelegt wurden, welche bestimmt waren, den feindlichen Ge- schossen die Wirkung zu erschweren und den Belagerten die Bestreichung des Geländes zu erleichtern. Allerdings erst nach übler Erfahrung durch die Einnahme und Ricderbrennung der Burg im Schwabcnkriege wurden solche Verstärkungen für notwendig erachtet. Beim Tore s (Fig. I.), dem einzigen Zugange zum Schlosse, betreten wir den Zwinger b, der südlich durch die 2 m hohe Ringmauer und anderseits parallel von der Futter- maner des zu geringer Höhe ansteigenden Burgsclsens einge- engt wird. Dieser schmale langgestreckte Raum, der vorschreitend stark abfällt, war mit dem zweiten Zwinger . c durch ein Tor verbunden, das aber jetzt samt der Qucrmcmer fehlt. Der ganze Südtrakt der Burg war außer den beiden vorgelegten Zwingern noch durch einen 13 m breiten Burggraben cl gegen das flache Gelände der südlichen Angrisfsseite zu gesichert. Niedriger wie die Rasenböschung des Burggrabens, in dessen (nicht mehr ursprünglicher) Tiefe jetzt ein Weinberg gedeiht, ist die schwache Zwingmauer. Der Schutz, deu dieselbe ohne Wehrgang und ohne Flankierungsturin für die seitliche Be- streichung gewährte, ist nicht bedeutend, obwohl zahlreiche Schlüsselscharten durch die Zinnenmauer einen horizontalen Ausschuh gestatteten. Die weitstehenden Zierzinnen geben ui?s, wie vieles.Andere, Anhaltspunkte für die Annahme einer, späten Entstehung, die etwa, wie jene des anschließenden Eingnngstorcs in die Zeit um 1520 gesetzt werden mag. Dieses rundbogige 10
        

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