Breit, gedrungen, als eine abgerundete, 
geschlossene Masse mit ruhiger, stumpfer Silhouette erscheint dem Beschauer von der Talseite aus das Gemäuer der Burg ob Baduz. Nähern wir uns aber der Burg von dieser weithin sicht- baren und augenfälligsten Seite, so wird der Anblick weniger erfreulich. Vergebens suchen wir einen unversehrten mittel- alterlichen Dynastensitz, dessen Bild uns die Entfernung vor- getäuscht hat. Die Giebel, Erker, und Türme lösen sich in be- scheidene Wände, in gevierte nüchterne Gebäude auf, deren Bestimmung und Zweck ein des Tales ziehender verspäteter Ritter, selbst voll Zweifel, kaum erkennen würde. Die alten und neuen Gebäudegruppeu sind zu einem fast unentwirrbaren Ganzen verwachsen und zeigen uns, wie das stets wechselnde Bedürfnis der jeweiligen Burgbewohncr nach Raum und Licht häufig ohue Rücksicht auf den alten Bestand und mit Vernichtung desselben befriedigt wurde. Die anfängliche Verstimmung über die gemachten Wahr- nehmungen wird nun allerdings durch das landschaftlich groß- artige Gesamtbild und durch die imposante Lage der Burg von der Natur verschwenderisch ausgeglichen, gegen deren Schön- heit der stets nörgelnde Geist des kleinlichen Menschen in Be- wunderung verstummen muß. Die unterste langgestreckte Abstufung 
der rasch zu ansehn- licher Höhe ansteigenden Gebirgskette springt bei Vaduz aus ihrer Richtung merklich hervor, um anfangs felfigsteil, dann mit dicht bewachsenem gebvschten AbHange gegen den Ort zu abzufallen. Während diese Vvrlngerung auch nördlich schlnchtig durchrissen wird, ist die Isolierung des Burgfelsens gegen Osten 'und Süden eine geringere. Auf diesem Abstürze, der, von der Talsohle aus gemessen, über 12V m beträgt, erhebt sich die alte Beste, vorgelagert auf die äußerste Felskaute und sorglich unterfangen durch hohe Böschungsmauern, deren Bettung von dem lässigen Gestein nbgespitzt werden mußte.
        

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