Prättigau, letzterer nahm seinen Wohnsitz auf Ortenstein und beide stachelten nun gegen Oesterreich , auf. Kehren mir zu den inneren Verhältnissen des Bistums zurück. Hier tritt vor allem die Stadt Chur hervor. Die Reichs vogtei und damit die Territorial- nnd Landeshoheit über die Stadt mar seit 1299 als kaiserliches Pfand in der Hand des Bischofs. Nun gab Friedrich III. am 28. Juli 1464 der Stadt die Bewilligung, die Rcichsvogtci gegen Bezahl- ung der Psnndsumme nn sich zu bringen. Diese kaiserliche Urkunde hielt die Stadt 16 Jahre hindurch geheim und erst nm 24. Juli 1480 erschienen Bürgermeister nnd Rat im Schlosse zu Chur vor dem Bischöfe und zeigten ihm eine notariell ausgefertigte Kopie derselben. Der Bischof erwiderte hierauf nm 27. Juli: Er sei überzeugt, daß, wenn kaiserliche Majestät .Kenntnis gehabt hätte, von den Freiheiten und Rechten des Hochstiftes, sie ein solches Mandat nicht erlassen haben würde. Er wolle nun den Kaiser unterrichten in der Hoffnung, derselbe werde dos Hochstift bei seinen Freiheiten schützen. Sollte aber vom Kaiser anders entschieden werden, so werde der Bischof als getreuer Ncichssürst sich fügen. >) Bevvr der kaiserliche Entscheid eingetroffen, erschienen Bürgermeister und Rat, am 22. Februar 1481 wieder vor dein Bischöfe und verlangten Aushändigung der Vogtei. Die 'Pfandsumme hatten sie mitgebracht. Der Bischof verweigerte die Annahme des Geldes und verwies auf den zu erwarten- den kaiserlichen Entscheid, teilte auch mit, er habe wegen dieser Sache das „Gotteshaus" auf nächsten Dienstag einberufen. Die Churer protestierten. 2) Am 6. Juli 1481 erließ sodnnn der Kaiser ein Mandat an die Stadt Chur. In demselben widerruft er die verliehene Begünstigung, die Vogtei einzulösen, erklärt das bezügliche Diplom für null und nichtig und befiehlt, daß ihm das- selbe wieder eingehändigt werde. Der Bischof soll in ruhigem Besitze der Vogtei gelassen werden. Dieses Mandat ließ der Bischof dem Rate am 9. August gleichen Jahres in vidi- Chur-Ti'rol. Archiv B. f. 178. l. c. f. 182.
        

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