— 39 — wandtschaftlichen Gründen an, ohne dah wir etwas von hervor- ragenden Leistungen ihrerseits im Kampfe vernehmen. Der Ent- scheidungskampf in Rätien fand unweit der Feste Greifen st ein bei Filisur statt, der zu Gunsten des Donat von Vaz ausfiel^, worauf dieser in die churischen Stiftslande und das Montforter Gebiet einfiel und mit Mord, Raub und Brand alles verheerte. Noch Bischof Johann I. Pfefferhard von Chur (1325—1331) klagte im Jahre 1327 über den furchtbaren Schaden, welchen das Hoch- stift in diesem Kriege durch Raub von Vieh, Häuserbrand, Ver- heerung von Feldern und Flucht der Lehensleüte erlitten habe-°. Dasz dabei das Liechtensteiner Gebiet nicht ungeschoren durchkam, liegt auf der Hand. Die Zeit des erwähnten Krieges ist nicht genau festgestellt, dürfte aber mit guten Gründen in den Frühling des Jahres 1325 verlegt werden. Die erlittene furchtbare Niederlage scheint den Bischof Ru- dolf II. von Montfort veranlaßt zu haben, die Verwaltung der Diözese Chur niederzulegen. Noch am 8. Juni 1325 nannte sich Rudolf II.: „Eubernator der Kirche von Chur". Aber schon am 12. des gleichen Monats wurde er vom Papste der Administration des Bistums Chur entbunden und an seiner Stelle der bereits genannte Johann I. Pfefferhard (1325—1331) zum Bischof von Chur ernannt Während in der Folgezeit die meisten Glieder des Montforter Hauses, mit Ausnahme des Bischofs Rudolf II., sich auf die Seite des Königs Ludwig von Bayern schlugen — solch rasche Wechsel in den Parteirichtungen waren damals und später an der Tages- ordnung —, wandten sich die Werdenberger Brüder Rudolf III. und Hartmann III. von Werdenberg-Sargans der österrei- chischenSachezu. Am 22. August des Jahres 1324 — also noch während des Kämpfes der Vazer gegen das Hochstift Chur — ver- pflichteten sie sich, dem Herzog Leopold von Habsburg und seinen Brüdern mit 20 Helmen gegen Ludwig von Bayern zu dienen, wofür ihnen 500 Mark Silber in Aussicht gestellt wurden^. Auch mit ihrer Festung Schmalnegg (im Oberamt Ravensburg, Württemberg), dem vermutlichen früheren Anteil Graf Rudolfs III. von Werden- berg-Sargans ^ und allen ihren Festen in Churwalchen wollten sie dem Herzog und dessen Brüdern gewärtig sein. Sollte ihr (d. h. der
        

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