— 38 — Fehde ansagten, weil er und seine Verwandten dem genannten Bischof von Chur gegen „ihren lieben Vetter Johann Donat von Vaz" geholfen hatte-. Aus dem Erwähnten ist klar ersichtlich, daß die Brüder Ru- dolf III. und Hartmann III. von Werdenberg-Sargans plötz- lich in den wilden Kampf in rätischen Landen hineingerissen wurden. Diese Fehde bildete aber nur einen Ausschnitt aus den großen Reichskämpfen damaliger Zeit. Wie schon öfters standen sich im „Heiligen römischen Reiche deutscher Nation" zwei Thronkandidaten gegenüber: Friedrich derSchöne von Österreich (1314—1322) und Ludwig IV. von Bayern (1314—1347). Um den Besitz der Königskrone entstand ein furchtbarer Krieg, dessen Schauplatz besonders das südwestliche Deutschland, sowie die Nord- und Ostschweiz samt den zwischen- liegenden Gebieten Vorarlberg und Liechtenstein war. Später gesellten sich noch dazu die Streitigkeiten zwischen Ludwig von Bayern und dem päpstlichen Stuhle unter der Regierung Papst Johanns XXII. (1316—1334). Die mächtigste Stütze Österreichs und des Papstes in unseren Gegenden war Bischof Rudolf II. von Chur (seit 4. Juli 1322) zugleich auch Bischof von Con stanz (seit 1. Oktober 1322^. Er entstammte dem Hause der Grafen von Montfort. Ihm standen die Hilfe und Mittel der beiden Bistümer von Chur und Constanz, der Abtei St. Gallen, der Montforter und all der zahlreichen Freunde der Habsburger zu Gebote. Nicht zu übersehen ist die geistliche Macht, welche der Bischof in seinem und des Papstes Namen übte. Der gefährlichste und erbittertste Gegner des Bischofs war in Riitien der Freiherr Donat von Vaz, das Haupt der Freunde Ludwigs von Bayern und an und für sich schon ein Rivale des Hochstiftes Chur. Bischof Rudolf II. rief alle seine Freunde, Va- sallen und Dienstmannen zu den Waffen und sammelte ein zahl- reiches Heer aus allen Gegenden der beiden Bistümer. Anderseits bot auch Donat von Vaz seine Untertanen auf, unterließ es auch nicht, sich um weitere Hilfe umzusehen, und fand solche bei denen von Räzüns, sowie bei den Waldstätten llri, Schwyz und Unter- walden. Dem Vazer schlössen sich, wie schon bemerkt wurde, die beiden Grafen Rudolf III. und Hartmairn III. aus ver-
        

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