— 20 — Podest steht der Felsen ohne weitere Bearbeitung an. Das obere Podest steht gleich gearbeitet aber kleiner im Ausmatz an die Nordmauer der Vorburg angemauert. Es liegt ungefähr 3 m höher als das untere und mW 2,30 :2,50 m. Gegen Osten schließt es an die Mauer des Bergfrieds an, gegen Norden schützte jedenfalls eine leichte Mauer oder Holzwerk und gegen Süden führt es mit leichter Schwelle zum eigentlichen Burgtor. Die ganze Anlage dieses äuße- ren Zugangs war mit einer Vrandschicht überdeckt, in welcher besonders zwischen den beiden Podesten eine größere Anzahl Tier- knochen als Speiseabfälle und einige wenige Eisenreste vorlagen. Wie bei der Scheidemauer des Bergfrieds, so zeigt sich auch hier, daß die beiden Podestsockel ohne Verband mit der anliegenden Mauer aufgeführt wurden, obwohl sie gleichzeitig gebaut wurden, denn sonst wäre der Platz nicht frei geblieben. Das Tor ist in die nördliche Abschlußmauer der Vorburg, anschließend an die Mauer des Bergfrieds eingebaut. Es ist mit besonderer Sorgfalt behandelt und in gehauenem Tuff ausgeführt. Der Sockelstein des „Türgerichtes" ist besonders behandelt und läßt vermuten, daß auch der obere Abschluß stilmätzig behandelt war. Anstatt ausführlich zu beschreiben, darf ich auf die Beilage und das Lichtbild verweisen. Die Mauerlöcher für die Türbalken bedürfen einiger Erklärung. Die beidseitig, ebenerdig eingelegten Löcher find „bündig" mit dem Türgericht zirka 80 cm in die Mauern einge- lassen. Sie waren für die Torträger bestimmt, wie man heute bei alten Tenntoren noch etwa findet, daß das Tor, anstatt mit Bän- dern seitlich festgehängt, in eine Art Gelenkpfanne eingestellt wird. Das obere Mauerloch sitzt weiter in der Leibung zurück, ist über 2 m tief und weiter, also das Loch für den Sperrbalken, das alte Torschloß. Eisenreste waren in der Umgebung des Tores keine zu finden, auch fehlen Spuren angebrachter Torkloben. So primitiv dies anmutet, so scheint dies doch aus Schalun so Wirklichkeit ge- wesen zu sein. Das Tor und die Zugangsanlage gehören zu den Überraschun- gen der Grabung, weil man sie leichthin eher an der Südecke des Bergsrieds gesucht hätte, nicht aber hier 2,50 bis 5 m unter Wurzeln und Schutt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.