— 18 — zum Rand des oberen Vurggrabens. Die Südmauer ist noch bis über die erste Stockhöhe erhalten. Sie schrägt gegen Nordost in eine scharfe Spitze aus. Die Nordmauer ist als Fundamentsockel noch über 3 m lang erhalten. Die Mauern sind schwächer im Maß — Nordmauer 90 cm, Südmauer zirka 120 cm. Dabei fällt auf, daß die äußere Steinverkleidung der Südmauer gänzlich abgefallen, die Mauer aber mit grobem Mörtelanwurf wieder einigermaßen her- gestellt worden ist. Die innere Mauerverkleidung ist geblieben, ist im Gegensatz zum Bergfried bis auf den Fels niedergeführt. Die Löcher der Balkenlage sind in der Höhe übereinstimmend mit denen des Bergfrieds, aber sie durchstoßen die Mauer. Zwischen Bergfried und östlichem Anbau ist ein 90 cm breiter Schlitz, der wieder zuge- mauert worden, später aber im Fundament wieder ausbrach. Die Art dieser Schlitzvermauerung ist sehr eigentümlich; dürfte aber kaum etwas anderes bedeuten, als eine eingelegte Scheidemauer, die eigentümlicherweise mit den Umfassungsmauern nicht „verbun- den" wurde. Wir finden dieses, unverbundene „Anmauern" auch in der Vorburg wieder. Von diesem Schlitz westwärts ist ein Stück der inneren Verkleidung des Bergfrieds ebenfalls abgefallen und nur wie die Außenwand wieder notdürftig ausgebessert. Weiter in der Höhe ist die Verkleidung wieder angebracht, aber zurückgesetzt. Der Ansatz an die vorhandene Verkleidung ist offensichtliches Flickwerk, und zwar aus der Zeit,, als die Burg noch bewohnt war. Die Art, wie die Ostspitze behandelt ist, könnte vermuten lassen, es handle sich hier um einen alten Zugang über den oberen Burggraben, der dann später umgebaut worden zu einer inneren Treppenanlage. Beobachten wir all diese Umstände des östlichen Vorbaues sorgfäl- tig, finden wir für sehr wahrscheinlich, daß die Burg in diesem Teil einmal eine Katastrophe erlitten, die dann zur Not wieder aus- gebessert worden, wobei vielleicht an der ganzen Burg Verände- rungen vorgenommen wurden. Bei genauerem Zusehen finden wir die Felsenunterlage an dieser Stelle durch einen starken Riß weit- hinein gespalten. Möglicherweise liegt hier — also in einer Natur- katastrophe — die Ursache zu einer baulichen Erschütterung und teilweiser Zertrümmerung dieses oberen Burgteiles, und man legte kein besonderes Gewicht auf eine tadellose Wiederherstellung, weil
        

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