— 110 — Viele Beschimpfungen waren beim „Trinken" verübt worden. Die Strafen lauteten auf Abbitteleistung, Geldstrafen, öffentlichen Widerruf, unentgeltliche Fronarbeit für die Herrschaft, die An- wendung der Geige und die öffentliche. Beschämung in der Kirche. Die Geige war ein geigenförmiges Brett mit zwei Löchern, durch die Kopf und Hände des Sträflings gesteckt wurden, der in dieser Tortur am Sonntag während des Gottesdienstes vor der Kirchen- tllre stehen mußte. Es verdient Anerkennung, daß die Behörde solche Beschimp- fungen wegen Hexerei strenge bestrafte. Wäre sie nur nie von diesem Wege abgewichen! 1K4V 1. Amann Thomas H. klagt gegen 
Bascha W., er habe ausgestoßen, er habe über seinen Vetter Johann beim Ge- richt den Stab gebrochen, es werde bald auch über ihn der Stab gebrochen werden. Der Kläger, der auf Befehl der Herrschaft im Malefizgericht gesessen und Richter 
gewesen ist, wollte wissen, woher der Bascha solches wisse. Bascha antwortet, sein Vetter Johann habe im Ge- fängnis die Worte geredet, man werde über ihn den Stab brechen, man solle nur so fortfahren mit den armen Leuten und niemand verschonen. Zeuge Thomas N. sagt aber aus, der Bascha habe im PostHause zu Vaduz mit ihm ein Maß Wein getrunken und dabei gesagt, als die Rede auf die armen Hingerichteten Leute kam, daß er auf Begehren seines Vetters Johann zu ihm in das Gefängnis gekommen sei und wegen der 2 jün- geren Kinder geredet habe, da habe der Vetter gesagt, wenn mehr der armen Personen wären, sollte man fortfahren, er habe aber niemand genannt, er habe auch nicht gesagt, daß die Richter, wenn sie jetzt, aufhören würden, gut achtgeben und gute Laternen 
bei sich tragen müssen., Eva T h. sagt aus, der Bascha habe gesagt, er sei heim- licherweise zum Vetter ins Gefängnis gegangen. Da habe dieser gesagt, wer über ihn den Stab breche oder richten werde, sei so schlecht wie er. Da habe die Eva gesagt, ihr Vogt, Amann H., sei Richter gewesen; wenn man diesen verbrennen würde, müsse sie sich um einen andern Vogt
        

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