— 95 — Wozu der an der Nordostseite vorstehende Mauerstumpf diente, lägt sich schwer sagen. Möglicherweise trug er eine in ein Ober- geschoß führende Holztreppe. In der Südecke dieses Gemaches, nahe dem hier liegenden Hauseingange, zu dem eine gepflasterte Treppe heraufführte, befand sich der offene, rund 1 m im Geviert messende Herd, den die Abb. 8 und 10 zeigen. In seiner Nähe lagen die einzigen Tonscherben der ganzen, so auffallend fundarmen Ruine: Bruchstücke mehrerer ganz flüchtig hergestellter gerillter und unglasierter becherförmiger Ofenkacheln von etwa 19 cm Höhe, die bei Burgen des 13. Jahrhunderts keine Seltenheit bilden. Die westliche Eebäudehälfte teilte eine Scheidemauer in einen größeren, 2,9 zu 3,2 m und einen 2 zu 3,2 m messenden kleineren Raum, von dem aus sich eine Türe auf den steingepflasterten Vor- platz an der Sonnenseite zu öffnen schien. Die Verbindung beider Zimmerchen und mit der Küche scheint an der östlichen Seite gelegen zu haben. Von Türgewänden war leider überall nichts mehr zu sehen. An der Südostseite des Hauses war das Mauerwerk fast gänzlich verschwunden. Der eiserne Lanzenschuh (Abb. 16,11) ist alles, was außer den Kachelresten auf der Nordostkuppe an Kleinfunden sich ergab. Vor Abschluß der Grabung wurde an der Südostseite des Berges eine etwa 15 m tiefer als die Kuppe liegende, verdächtig erscheinende Stelle untersucht, die sich aber als bloße Erdausschüt- tung erwies. In ihr kamen die vielleicht als jpätrömisch anzusprechende eiserne Lanze (Abb. 16,12), eine Randscherbe einer Sigillata- schüssel der Form Dragendorff 37 aus obergermanischer Werkstatt (3. Jahrhundert), Milchsattenbruchstücke und ein Randstück einer gelben Urne mit eingezogenem Mundsaume gleicher Zeit, eine Probus-Kleinbronze neben Tierknochen (darunter ein Bärenreiß- zahn) u. a. zutage.
        

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