— 91 — Leider ist die ganze muldenartige Strecke zwischen s und b von früheren Grabungen nicht unversehrt geblieben. Besonders die Südwestseite des freigelegten Baues II hat durch eine im letzten Jahrzehnt erfolgte Raubgrabung schwer gelitten, wie die herum- liegenden Steinblöcke bewiesen. Trotz aller Zerzausung der Grundmauern ergaben sich doch auf den ersten Blick die Umrisse eines 6 zu 6,5 m messenden, auf Trockenmauerfundamenten als Holz- oder Riegelbau zu denkenden Gebäudes, vgl. Plan 1. Am glimpflichsten war von allen die Slld- ecke davongekommen, die richtungweisend war. An der südöstlichen Innenseite lag, dem rotgebrannten Boden und ebensolchen zum Teil Hochkant gestellten Randsteinen nach, der 1 zu 1,10 m große, offene Herd in Fußbodenhöhe oder etwas darüber. Mancherlei im Bereiche des Baues II gefundener römischer Altertümer, wie z. B. dem auf dem Herdrande liegenden römischen Schloßriegel (Abb. 16,6), dem versengten Randstücke einer Milch- satte (früher nannte man sie Reibschalen), nicht zuletzt der gerade hier häufigen römischen Münzen des Aurelianus, Tacitus, Probus, Numerianus zufolge, dürfen wir das zuletzt an dieser Stelle bestandene Gebäude als römisch und dem Ende des 3. Jahrhunderts angehörend bezeichnen. Der Bau II. der. den vielen Knochen- abfällen von Haus- und Jagdtieren! Rind, Schwein, Hirsch usw. nach, als Küche gedient haben mag, ist, wie die z. T. versengten z. T. zusammengeschmolzenen Münzen und die ganze schwarze Hüttenschicht beweisen, durch einen Brand zugrunde gegangen. Ihm waren, wie die hier bis auf den Felsgrund durchge- führten Grabungen erschlossen, bereits in urgeschichtlichen Zeiten Bau- werke vorangegangen. Von einem zur Hallstattzeit da bestandenen Bau waren zwar nur spärliche, aber durch deutliche Trennschichten auseinanderzuhaltende, besonders in der Nordecke faßbare Trocken- mauern, sowie Reste des steingepflasterten Fußbodens, Spuren von Fachwerklehm und aufschlußreiches Scherbenmaterial, so z. B. der Henkel (Abb. 15,6). das Töpfbruchstück (Abb. 15,5) mit Eirlan- denschmuck aus einer Montlinger Töpferei erhalten geblieben, auch an Knochenabfällen und Kochsteinen fehlte es nicht. Gegen Südwesten zu mußte die Untersuchung dieser Schicht
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.