— 58 — im.Lande sehr verhaßt war'̂. Wegen seines Vorgehens im Noval- zehentstreite wurde er vom Bischof von Chur 1719 in den Bann getan und noch 1721 ein „Spötter und Verächter der Religion" genannt. Er hatte sich so unmöglich gemacht, daß er 1722 abberufen wurde ̂. Um nichts besser scheint sein Gehilfe der Landschreiber Her- mann Georg Ludovici gewesen zu sein, der zugleich mit ihm gekommen war. Er wird in denselben Schriftstücken ebenfalls als eine Kreatur Harpprechts und „dem Trunke und der Fleischeslust 5 ergeben" bezeichnet. Bald nach Brändls Abgang hat auch er (1724) um seine Entlastung gebeten.̂ Anton Bauer, über dessen Herkunft ich nichts weiß, war der Nachfolger der beiden Vorgenannten. Er trat den Verwalter- posten nach Ludovicis Abgang an, stritt sich mit den beiden Land- vögten Keil und Keller weidlich herum und scheint zu der Abbe- rufung beider viel beigetragen zu haben. Übrigens muß er aber ein brauchbarer Beamter gewesen sein, da man ihm durch zwölf Jahre (1735 bis 1747) die Leitung der Kanzlei anvertraute. Es verlautet nichts, daß er mit der Landschaft in Streit geraten wäre. Am 22. Januar 1749 wird er noch in einem Schreiben der Hof- kanzlei an Laaba erwähnt^, dann verschwindet er aus den Akten. Seine Stelle hat der Rentmeister Joseph, Benedikt Veck, der in den Jahren 1749 bis 1760 nachweislich tätig war, übernommen. Er geriet im Jahre 1756 — offenbar in Stellvertretung des Land- vogtes Grillot — mit dem Bischöfe von Chur in einen Streit^. Auf diesen folgte Franz Joseph Ambrosi, der 1763 als Verwalter und von 1770 bis 1781 als Rentmeister erscheint. Joses Fritz, ein Vorärlberger aus Dalaas, tritt als letzter auf: 1776 als Landschreiber und von 1783 bis 1804 als Rent- meister, llber diese beiden läßt sich nichts genaueres berichten. Die von den weit entfernt residierenden Fürsten nach Liech- tenstein entsendeten Vögte waren zwar keine Landeskinder, doch stammten die meisten von ihnen aus dem schwäbischen Kreise, also nicht aus großer Ferne. Sie waren wohl zünftige Juristen, ihre Kompetenz scheint aber nicht allzu groß gewesen zu sein, sonst hätten nicht öfter Kommissionen von Wien — damals eine umständliche und kostspielige Sache — gesandt werden müssen, teils um ärger-
        

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