— 55 — Anton Bauer (im Dienste seit 1725 und Nachfolger des berüchtigten Brändl) nicht vertrug und beim Fürsten eine Beschwerde^ gegen ihn einreichte, wogegen Bauer wieder nach Wien berichtete", daß „Keil sich schon neun Wochen nicht um sein Amt kümmere"; son- dern er mußte sich auch die Entsendung einer Kommission^ von Wien, unter der Führung des Hofrates Schad, zur Untersuchung der Streitigkeiten unter den Beamten gefallen lassen. Keil muß dabei schlecht abgeschnitten haben, denn bald darauf, am 28. Mai 1730, sah er sich genötigt, um seine Entlassung zu bitten'". Zu seinem Nachfolger wurde Franz Anton Keller ernannt, der, nachdem er am 2. September 1730 in Wien den Diensteid abgelegt hatte", am 1. Oktober 1730 sein Amt in Vaduz antrat". Auch er konnte mit dem Verwalter Bauer nicht in Ruhe auskommen und schrieb in einem Briefe an die Hofkanzlei vom 31. März 1731", „daß die Beamten separiert werden sollten, die Häuser sind hiezu vorhanden und stehen leer. Es hat Herr Harpprecht u. a. auch diesen üblen Vorschlag gemacht, daß er zu der Beamten und Untertanen Beschwer uns das Oberamt in das ruinierte Schloß zu setzen eingeraten, welches vor unerdenklichen Zeiten allzeit in dem Markt gewesen". Er bittet ferner, „seine Wohnung im Amtshause im Markte nehmen zu dürfen, maaßen ihm der kontinuierliche vehemente Wind nicht wohl bekomme und Kopfschmerzen ver- ursache". Verwalter Bauer beklagt sich °̂ am 15. Juni 1731 über Keller beim Fürsten. Am.17. Juli 1731 beschwerte sich wieder der Landvogt in einem neuerlichen Schreiben^ nach Wien, „daß Bauer sich gegen ihn ebenso impertinent benehme wie gegen seinen Vor- gänger". Im folgenden Jahre (1732) reicht Bauer ̂ wieder bei derselben Behörde über den Landvogt eine Beschwerde ein. Um dieselbe Zeit muß Keller mit einer neuerlichen Bitte an die Hof- kanzlei sich gewendet haben, worauf ihm diese mit Dekret^ vom 12. Oktober 1732 erlaubte, „daß er sein Quartier statt auf dem kalten und windigen Schlosse, das baufällig und dessen Zimmer zu groß seien, in dem Amtshause im Markte unten, das leer stehe, nehme, jedoch die Verhörtage jedesmal auf dem Schlosse halte". Der Landvogt wird zur Führung von wichtigen Unterhandlungen mit der Landschaft nicht geeignet gewesen sein, denn als diese an den Fürsten sich mit einer Denkschrift wandte, in der sie um die
        

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